Immuntherapie

Das Immunsystem

Zum Schutz vor Krankheiten verfügen Lebewesen über ein körpereigenes Abwehrsystem , das Immunsystem. 'Immun' bedeutet hier unempfindlich gegen Infekte. Vom Immunsystem hängt es wesentlich ab, ob Krankheiten erfolgreich verhindert oder wirksam bekämpft werden können. Tag für Tag, Nacht für Nacht, jahraus, jahrein muss die Abwehr unzählige Erreger und Schadstoffe erkennen und vernichten, um den Körper vor Krankheiten zu schützen.

Die zentrale Funktion des Immunsystems besteht also darin, den Organismus vor eindringenden Mikroorganismen wie Viren, Bakterien, Pilzen oder Parasiten zu schützen, des weiteren darin, degenerierte Zellen zu beseitigen und die physische Integrität des Organismus aufrechtzuerhalten.

Die Naturheilkunde bietet viele Möglichkeiten, ein geschwächtes Abwehrsystem wieder zu stärken. Das kann Krankheiten vorbeugen oder im Lauf einer Krankheit die Heilungsprozesse fördern.

Immuntraining

Das Immunsystem lernt ständig dazu und erinnert sich später wieder an Fremdstoffe. Wenn derselbe Schadensfaktor erneut auftritt, wird er sofort wirkungsvoll beseitigt, das bedeutet, der Körper ist jetzt immun dagegen. Diese Tugend des Immunsystems wird auch als "Lernfähigkeit" und "Gedächtnis" bezeichnet.

Die Immuntherapie, auch Immuntraining genannt, vollzieht diesen natürlichen Prozess, indem es den Körper über einen längeren Zeitraum inaktiven Fremdkörpern aussetzt. In einem speziellen Verfahren hat man diese Stoffe so präpariert, dass sie zwar die Immunreaktion hervorrufen, aber nicht krank machen. Daraufhin werden also vom Immunsystem "Antikörper" produziert. Somit wird gelernt, sich gegen diese unerwünschten Eindringlinge zu wehren. Dies ist ein Vorgang, der mit der Impfung vergleichbar ist.

Idealerweise aktiviert ein solches Immuntraining sowohl das unspezifische als auch das spezifische Immunsystem. Eingenommen wird so etwas entweder als Tabletten (für Erwachsene) oder zur leichteren Verabreichung als Granulat. Es muss über einen längeren Zeitraum in mehrtägigen Perioden angewendet werden. Damit sich die Immunisierung erfolgreich aufbaut, muss nach einer dreiwöchigen Pause erneut über einige Tage trainiert werden.

Vom Ergebnis her kommt es zu weniger Infektionen und weniger Fehltagen in Kindergarten oder Schule. Es spart weitere Medikamente wie Husten- oder Schnupfenmittel und schützt vor Folgeschäden, z.B. einer starken Bronchitis sowie Mittelohrenzündungen.

Immunmodulation

Immuntherapie im ganzheitlichen Sinne ist Immunmodulation. Diese beruht auf der medizinischen Erkenntnis, dass zahlreiche Erkrankungen wie Krebs, Allergien, Autoimmunerkrankungen, diverse Infektionen und sogar alle Gefühlszustände eine Veränderung des Immunsystems bewirken oder durch ein gestörtes Immunsystem hervorgerufen werden. Für die Beeinflussung des Immunsystems werden pharmazeutisch wirksame Stoffe eingesetzt

  • zur Dämpfung des Immunsystems (Immunsuppression) z.B. nach Transplantationen zur Vermeidung einer Abstoßungsreaktion
  • zur Steigerung der natürlichen Immunreaktion (Immunstimulation) etwa bei schweren Viruserkrankungen (Beispiel: Interferon als Standardtherapie bei bestimmten Arten der infektiösen Hepatitis).

Möglichkeiten der Immunmodulation

Für eine Immunmodulation gibt es eine Reihe wirksamer Mittel. Aus der Erfahrungsheilkunde kommen vor allem pflanzliche und organische Präparate. Bestimmte Heilpflanzen gelten als immunmodulierend, etwader Rote Sonnenhut oder Echinacea purpurea.Bewährt haben sich auch Mistelextrakte , sowie Thymus -Faktoren und Peptide aus Organextrakten von Milz und Bindegewebe. Ihre Wirksamkeit beruht darauf, dass die Aktivität und die Zahl der Abwehrzellen gesteigert wird. Das geschieht vor allem über die vermehrte Ausschüttung von Zytokinen , den Signalstoffen der Abwehrzellen.
Zytokine können bei einigen Krebsarten auch isoliert angewandt werden. In vielen Kliniken laufen Studien mit Interferonen oder Interleukinen, die gentechnisch hergestellt werden.

Die verschiedenen Formen der Überwärmungstherapie sind eine weitere Möglichkeit, Krebsgeschwülste zu bekämpfen. Künstlich erzeugtes Fieber wirkt heilend wie bei einer Infektion. Bei der Hyperthermie können die Krebsgeschwülste durch Hitzestrahlen so geschädigt werden, dass sie den Abwehrzellen schneller zum Opfer fallen.

Durch eine Tumorimpfung (ASI) sollen die Abwehrzellen in die Lage versetzt werden, Krebszellen besser zu erkennen und zu vernichten. Bei der Operation gewonnene körpereigene Krebszellen werden zu einem Impfstoff aufbereitet. Weitere Therapien zur Rückfallverhütung befinden sich im Stadium klinischer Studien, so die Antikörper -Therapie oder die Lektinblockade zur Verhütung von Lebermetastasen, die häufig nach Darm- und Magenoperationen auftreten.
Wirkungsvoll unterstützt wird die Abwehrstärkung durch die Gabe von Vitaminen , Spurenelementen, Enzymen sowie durch Sauerstoff -Therapien.
Welche dieser Therapien im Einzelfall sinnvoll sind, muss der Therapeut entscheiden.

SIT - Die spezifische Immuntherapie

Bei der SIT (auch Allergie-Impfung genannt) wird dem Patienten ein molekular standardisiertes Allergenpräparat mit der Substanz, auf die er allergisch reagiert, in langsam ansteigenden Dosen regelmäßig unter die Haut injiziert. Dadurch setzt ein Gewöhnungseffekt ein: Das Immunsystem reagiert nicht mehr mit einer Abwehrreaktion, wenn es mit dem Allergen konfrontiert wird. Bei einer Pollenallergie liegen die Erfolgsquoten der SIT über 90 Prozent. Die Beschwerden werden dauerhaft deutlich gelindert, und die Patienten benötigen weniger antiallergische Medikamente. In vielen Fällen bildet sich die allergische Reaktionsbereitschaft des Immunsystems sogar vollständig zurück - der Patient ist dann von seiner Allergie geheilt.

"Die SIT ist die einzige Behandlungsmöglichkeit für Allergien, die kausal ins Krankheitsgeschehen eingreift und den natürlichen Verlauf der Erkrankungen positiv beeinflusst", so Professor Thomas Fuchs, Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA) aus Göttingen. "Dadurch lässt sich in vielen Fällen verhindern, dass aus allergischem Schnupfen Asthma wird. Wenn man bedenkt, mit welchen gravierenden Einschränkungen Asthmatiker leben müssen, ist das ein ganz wichtiger Erfolg. Die Vorbeugung von Asthma durch eine SIT muss in Zukunft einen viel höheren Stellenwert bekommen."

Amerikanische Wissenschaftler um Dr. Chitra Dinakar weisen jetzt darauf hin, dass eine spezifische Immuntherapie (SIT) den so genannten Etagenwechsel von der Nase in die Bronchien verhindern kann. Die Forscher bewerteten eine Reihe neuerer Studien zur SIT. Ergebnis: Eine SIT senkt die Gefahr deutlich, dass Heuschnupfenpatienten an Asthma erkranken. Eine Studie mit Kindern, die an allergischem Schnupfen litten, zeigte eine Senkung des Risikos um knapp 50 Prozent.

Quellen:

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