JOURNAL
LEXEVITA

Nahrungsergänzungsmittel

Der Versuch, durch gezielte Ernährungsmaßnahmen die körperliche Leistungsfähigkeit zu erhöhen, ist ein jahrhundertealtes Phänomen im Leistungssportbereich. Durch Verzehr von großen Mengen an Fleisch, fettarmem Fisch, Kräutern und Pilzen versuchten bereits Griechen und Römer, ihre Muskelkraft und Schnelligkeit zu verbessern. Die moderne Ernährungsforschung hat in den letzten Jahren eindrucksvoll gezeigt, dass eine ausgewogene, dem Bedarf angepasste Kost eine Grundlage für körperliche Höchstleistung darstellt. Derzeit gültige Empfehlungen für sportlich höchstaktive Menschen unter Verwendung traditioneller Lebensmittel werden diesen Vorgaben gerecht.

Neuerdings wird sehr intensiv über besondere leistungsfördernde Nährstoffe oder Spurenelemente diskutiert. Für diese leistungserzeugenden oder gar leistungsverbessernden Produkte wurde der Begriff "ergogen" aus den griechischen Wörtern ergon (Arbeit) und gennan (produzieren) eingeführt. Die Verwendung dieser Substanzen soll dazu führen, die Energiereserven zu vergrößern, die Energieproduktionsrate zu erhöhen, das Muskelgewebe zu vermehren und sportbedingte Zellschäden zu reparieren. Beispiele für sogenannte ergogene Substanzen sind Aminosäuren, L-Carnitin, Kreatin, Koffein, HMB.

Vertrauenswürdige wissenschaftliche Daten liegen bisher nur für wenige Nahrungsergänzungsmittel vor. Oftmals genügt das jeweilige Studiendesign nicht den üblichen wissenschaftlichen Kriterien; dies führt u. a. dazu, dass Placeboeffekte nicht auszuschließen sind.

Nahrungsergänzungsmittel sollen daher nicht über längere Zeit und nicht ohne Beratung durch eine Fachperson eingenommen werden. Grundsätzlich sind die Prinzipien einer gesunden Basisernährung auch von Sportlern zu beachten, denn die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln kann in keinem Fall eine falsche oder unausgewogene Ernährung ausgleichen.

Übersicht über Nahrungsergänzungsmittel (Supplements) für leistungsorientierte Sportler

HMB  (ß-Hydroxy-ßMethylbutyrat)

Allgemeine Beschreibung
HMB ist ein Stoffwechselzwischenprodukt der verzweigtkettigen Aminosäure Leucin und kommt in geringen Mengen in Nahrungsmitteln und auch in der Muttermilch vor. Leucin selbst wird meistens in Mengen, die den täglichen Bedarf von ca. 3–4 Gramm deutlich übersteigen, über Nahrungsmittel aufgenommen.

Metabolismus, Funktion, Wirkung und Leistung

Aufgrund verschiedener, an gesunden, nicht mangelernährten, trainierten Menschen durchgeführten Studien ist bei adäquater Anwendung und Dosierung eine indirekte (zeitlich verzögerte) Leistungsbeeinflussung wahrscheinlich.
In der Muskulatur laufen muskelauf- und muskelabbauende Stoffwechselprozesse häufig parallel ab. Stoffwechselzwischenprodukte der verzweigtkettigen Aminosäure Leucin, besonders das Isokaproat und das HMB, scheinen in der Muskelzelle muskelabbauende Prozesse, das heisst sogenannte katabole Prozesse, zu verringern und werden deshalb häufig als Antikataboliten bezeichnet. Diese antikatabole Wirkung kann nicht auf Veränderungen im Stoffwechsel von Körpermassen auf- oder abbauenden Hormonen erklärt werden. Es wird vermutet, dass HMB als wichtige Vorläufersubstanz der körpereigenen Cholesterinsynthese in Perioden eines erhöhten Cholesterinbedarfs beispielsweise bei schnellem Zellwachstum und der verstärkten Reparatur von Zellwänden in größerer Quantität verbraucht wird.
So könnte eine erhöhte HMB-Zufuhr in Situationen sehr hoher muskulärer Beanspruchung einerseits Schäden an der Muskulatur reduzieren und/oder andererseits zu einem schnelleren Wiederaufbau geschädigter Strukturen beitragen und damit zu erhöhten Muskelmassenzunahmen führen.

Mögliche Nebenwirkungen
Bisher wurden in Studien an gesunden Menschen auch bei Dosierungen von bis zu 6 Gramm täglich über mehrere Wochen keine Nebenwirkungen festgestellt. Obwohl es sich bei HMB um eine körpereigene, im Stoffwechsel hergestellte Substanz handelt, sind jedoch bei Zufuhr von außen Interaktionen mit anderen Stoffwechselzwischenprodukten oder Aminosäuren nicht auszuschließen.

DHEA (Dehydroepiandrosteron)

Allgemeine Beschreibung
DHEA und seine sulfatierte Form DHEA-S sind schwache Steroidhormone, die chemische Bezeichnung lautet 3b-hydroxy-5-androsten-17-one. Diese Hormone werden aus Cholesterin über Pregnenolon in den Nebennierendrüsen gebildet. DHEA ist ein Vorgängerhormon (Prohormon) der wirkungsvolleren Sexualhormone Testosteron (beim Mann) und der Östrogene (bei der Frau). Seit 1993, als französische Forscher behaupteten, DHEA sei ein Mittel gegen das Altern, ist es eines der am meisten angewendeten Nahrungsergänzungsmittel.

Metabolismus, Funktion, Wirkung und Leistung

Aufgrund der bisher an gesunden, nicht mangelernährten, trainierten Menschen durchgeführten Studien sind bei nicht adäquater Anwendung und Dosierung eine negative Leistungsbeeinflussung oder Nebenwirkungen nicht auszuschließen.
Im Sport soll durch Gabe von DHEA über Androstendiol / Androstendion die Konzentration von Testosteron und Epitestosteron ansteigen. Damit würde der Wert von Testosteron zu Epitestosteron unter dem verbotenen Quotient von 6 liegen, die erhöhte Konzentration von Testosteron sollte aber einen gewünschten anabolen Effekt haben. Zudem soll es Körperfett abbauen, die fettfreie Körpermasse erhöhen, den antikatabolen Effekt von Kortison nach einer Belastung blockieren und so die Regenerationszeit verkürzen. All diese Effekte sind wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
DHEA ist seit 1998 namentlich als Anabolikum auf der Dopingliste aufgeführt und verboten.

Mögliche Nebenwirkungen
Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen von DHEA bei Frauen im Falle kurzer Anwendung, also 1 bis 6 Monate, sind Akne, Wachsen der Gesichtsbehaarung, reduziertes Serum HDL-Cholesterin, beeinträchtigte Insulin Sensitivität, beeinträchtigte Glukosetoleranz. Bei Frauen in der Postmenopause kann DHEA als Östrogen wirken und Brustkrebs auslösen. Bei Frauen in der Premenopause kann eine normale Konzentration an DHEA vorbeugend gegen Brustkrebs wirken.
Es fehlen bisher Daten über Nebenwirkungen bei längerer Einnahme von DHEA. Da aber sehr wahrscheinlich das körpereigne Hormonsystem durch eine negative Rückkoppelung beeinflusst wird, sollte bei gesunden Personen von einem Gebrauch von DHEA abgesehen werden. Ebenfalls vom Gebrauch abzuraten ist bei Personen mit Hirsutismus, Akne, bei Schwangeren und generell bei Jugendlichen unter 18 Jahren.

Echinacea (Purpursonnenhut)

Allgemeine Beschreibung
Echinacea ist eine mehrjährige Pflanze, die neun verschiedene Arten umfasst, und ursprünglich aus dem südlichen Nordamerika stammt. Die Pflanze gehört botanisch zur Familie der Korbblütler (Compositen oder Asteraceen genannt). Die Arzneipflanze wird heute auch in Europa kultiviert, zum größten Teil jedoch aus Kulturen aus Nordamerika importiert. Medizinal werden die drei Arten Echinacea purpureaE. angustifolia (schmalblättriger Sonnenhut) und E. pallida (blassfarbener Sonnenhut) verwendet. Die drei Arten unterscheiden sich in ihren Inhaltsstoffen und weisen in der Wurzel und dem Kraut ungleiche Wirkstoffkonzentrationen auf. In der Volksmedizin wie auch zur Herstellung von Phytopräparaten werden entweder das frische Kraut der (blühenden) Pflanze sowie die Wurzel verwendet.
Echinacea wird seit über 400 Jahren in der Erfahrungsmedizin der indianischen Ureinwohner Amerikas verwendet.

Metabolismus, Funktion, Wirkung und Leistung
Aufgrund der bisher an gesunden, nicht mangelernährten, trainierten Menschen durchgeführten Studien ist bei adäquater Anwendung und Dosierung weder eine direkte (schnell eintretende) noch indirekte (zeitlich verzögerte) positive Leistungsbeeinflussung wahrscheinlich.
Echinacea besteht aus einer großen Zahl von Verbindungen (u.a. Alkylamide, Kaffeesäureester, Heteroglykane), dessen aktive Komponenten bis heute nicht eindeutig identifiziert werden konnten. Klare Hinweise auf eine immunstimulierenden Wirkung der Heteroglykane (aus der Klasse der Polysaccharide) wurden "in vitro" (im Reagenzglas) Studien gefunden. Diese hemmen die körpereigene und bakterielle Hyaluronidase und verhindern so die Ausbreitung der Erreger.
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass Studien am Menschen bis heute kontroverse Resultate ergeben haben. Neuere, mit einem standardisiertem Extrakt durchgeführte Studien deuten jedoch auch auf eine Stärkung der körpereigenen Abwehr bei oraler Anwendung hin. Allerdings kann noch keine Empfehlung abgegeben werden, welcher Extrakt von welcher Pflanzenart in welcher Dosierung am effektivsten ist. Eine ununterbrochene Supplementation kann allerdings das Immunsystem schwächen.

Mögliche Nebenwirkungen
Eine ununterbrochene Einnahme von Echinacea kann das Immunsystem schwächen, deshalb wird empfohlen, die Dosierungsanweisungen zu beachten. Allergiker, die auf Korbblütler wie Arnika oder Kamille allergisch sind, sollten auf eine Einnahme verzichten. Allergische Reaktionen bis zu einem anaphylaktischen Schock traten vor allem nach einer intravenösen Applikation eines Echinacea-Presssaftes auf. Echinacea-Präparate sollen nicht von Patienten mit Autoimmunerkrankungen oder Multipler Sklerose eingenommen werden.

Gamma-Oryzanol

Allgemeine Beschreibung
Gamma-Oryzanol kommt hauptsächlich in der Fettfraktion der Reiskleie (Oryza sativa) vor. Besonders hohe Konzentrationen sind im Reiskeimöl zu finden. Gamma-Oryzanol ist ein zweiteiliges Molekül, das aus einem Teil Ferulasäure und einem Teil eines Pflanzensterines (Phytosterin) zusammengesetzt ist. Pflanzliche Phytosterine sind dem Cholesterin sehr ähnlich und kommen in den fettreichen Pflanzenteilen von 7 verschiedenen Pflanzenfamilien vor. Man kennt heute 44 verschiedene Phytosterine, fünf davon sind in Gamma-Oryzanol zu finden (Beta-Sitosterol in größter Konzentration).
In Asien wird Gamma-Oryzanol schon länger als Cholesterin senkendes Mittel bei erhöhtem Cholesterinspiegel eingesetzt. Als Supplement im Sport wurde es in den 1970er und 1980er Jahren erstmals propagiert, als aufgrund der strengeren Regulation der Anabolika in den USA und der Bekanntmachung der starken Nebenwirkungen dieser nach sicheren Alternativen gesucht wurde. In der Folge erschienen die sogenannten Steroidersatzpräparate wie Inosin, Smilax und eben Gamma-Oryzanol auf dem Markt. Gamma-Oryzanol Präparate werden als Alternative zu Steroidhormonen angeboten und mit folgenden Wirkungen beworben:
    * natürliche Alternative zu anabolen Steroiden
    * erhöht die Muskelkraft, Muskelgröße
    * reduziert die Müdigkeit
    * reduziert Cholesterinspiegel

Metabolismus, Funktion, Wirkung und Leistung

Aufgrund der bisher an gesunden, nicht mangelernährten, trainierten Menschen durchgeführten Studien ist bei adäquater Anwendung und Dosierung weder eine direkte (schnell eintretende) noch indirekte (zeitlich verzögerte) positive Leistungsbeeinflussung wahrscheinlich.
Es wird spekuliert, dass der Phytosterinanteil von Gamma-Oryzanol den Testosteronspiegel erhöhen und die Ausschüttung von Wachstumshormonen stimulieren könne. Da sowohl Testosteron wie das Wachstumshormon einen Muskel aufbauenden Effekt haben, wurde daraus geschlossen, dass Gamma-Oryzanol eine anabole Wirkung zugeschrieben werden könnte. Da die Aufnahme der Phytosterine aus dem Darm sehr gering ist (kleiner als 10 Prozent), ist es unwahrscheinlich, dass eine anabole Wirkung eintritt.
Es gibt keinen gesicherten Beweis, dass Gamma-Oryzanol die körperliche Leistungsfähigkeit positiv zu beeinflussen vermag.

Mögliche Nebenwirkungen
Eine japanische Studie fand bei Dosierungen über 600 Milligramm pro Tag folgende Nebenwirkungen: Trockener Mund, Schläfrigkeit, Reizbarkeit, Kopfschmerzen und Hitzewallungen. Auf die Einnahme während der Schwangerschaft oder Stillzeit sollte verzichtet werden, da es keine Daten gibt, die die Unbedenklichkeit der Einnahme zeigen.

Glyzerin

Allgemeine Beschreibung
Glyzerin ist ein aus drei Kohlenstoffatomen bestehender Alkohol von sirupartiger Konsistenz und süßlichem Geschmack. Glyzerin ist mit Alkohol und Wasser in jedem Verhältnis mischbar. In Nahrungsmitteln ist Glyzerin weit verbreitet. Es kommt selten allein vor, sondern hauptsächlich als sogenannte Triglyzeride als Hauptbestandteil der Fette und Öle, in denen ein Glyzerinmolekül mit drei Fettsäuren verbunden ist. Diese Triglyzeride und somit auch Glyzerin werden in beträchtlicher Menge über die Nahrung zugeführt. Neben der Zufuhr über Nahrungsmittel kann Glyzerin vorwiegend in der Leber und den Nieren auch selber hergestellt werden. Der größte Anteil des im Blut zirkulierenden Glyzerins stammt allerdings aus dem Abbau von Triglyzeriden. Glyzerin kann über die Glukoneogenese zu Traubenzucker aufgebaut, direkt der Energiegewinnung zugeführt oder für den Wiederaufbau von Triglyzeriden weiter verwendet werden.

Metabolismus, Funktion, Wirkung und Leistung
Aufgrund verschiedener, an gesunden, nicht mangelernährten, trainierten Menschen durchgeführten Studien ist bei adäquater Anwendung und Dosierung eine direkte (schnell eintretende) positive Leistungsbeeinflussung wahrscheinlich.
Glyzerindosierungen von rund 1 Gramm pro kg Körpermasse führen nach 15 Minuten zu erhöhten Glyzerinspiegeln im Blut und erreichen die höchsten Konzentrationen nach etwa 75 Minuten. Wasser-Glyzerin-Lösungen vor Belastungen eingenommen scheinen vor allem innerhalb der Zelle und zwischen den Zellen zu erhöhten Gehalten an Wasser und Glyzerin zu führen. So scheinen unter der Anwendung von Wasser-Glyzerin-Lösungen besonders die Aspekte des Wärmehaushalts (z.B. konstante Körperkerntemperaturen) und der Herzleistung (z.B. erhöhtes Schlagvolumen) verbessert zu werden. Aus diesem Grund können Wasser-Glyzerin-Lösungen vor langen intensiven Belastungen, in heißer und/oder feuchter Umgebung eingenommen, als A-Supplement klassifiziert werden.

Mögliche Nebenwirkungen
Die Einnahme von Wasser-Glyzerin-Lösungen kurze Zeit vor Belastungen (ca. 45 Minuten) kann gehäuft zu Magen-Darm-Problemen, Kopfweh, Schwindel, Übelkeit, Völlegefühl und Erbrechen führen. Diese Symptome scheinen allerdings weniger ausgeprägt, wenn direkt nach der Einnahme der Wasser-Glyzerin-Lösung keine Belastung erfolgt. Die intravenöse Verabreichung von hohen Glyzerinkonzentrationen ist mit einem hohen Nebenwirkungspotential assoziiert. Nebenwirkungen im Zusammenhang mit einer langfristigen Anwendung von Wasser-Glyzerin-Lösungen oder hohen Dosierungen sind nicht untersucht worden. Aufgrund der heute verfügbaren Daten ist die Anwendung von Wasser-Glyzerin-Lösungen bei Diabetes, Nierenerkrankungen, Migräne, Herzkrankheiten, Leberleiden und Schwangerschaft kontraindiziert.

Koffein

Allgemeine Beschreibung
Koffein ist ein natürlicher Bestandteil der Kaffeebohne, des schwarzen und grünen Tees, der Mateblätter, der Guarana-Beere und der Kolanuss. Koffein gehört wie auch Theobromin und Theophyllin zu der Gruppe der Methylxanthine und zählt zu den ältesten Genuss- und Arzneimitteln der Welt. Der Anbau von Kaffeepflanzen war bis ins 17. Jahrhundert durch die Türkei monopolisiert. Davor stellte der aus China importierte Tee die hauptsächliche Quelle von Koffein dar. Seit Beginn des Kaffeekonsums existieren Behauptungen zu gesundheitlichen Effekten und schädlichen Wirkungen von Koffein.
Heute enthalten neben einigen Medikamenten, die meist gegen Schmerzen oder zum Bekämpfen der Müdigkeit eingesetzt werden, vermehrt auch Energy Drinks und Sportsupplemente Koffein.

Metabolismus, Funktion, Wirkung und Leistung
Aufgrund verschiedener, an gesunden, nicht mangelernährten, trainierten Menschen durchgeführten Studien ist bei adäquater Anwendung und Dosierung eine direkte (schnell eintretende) positive Leistungsbeeinflussung wahrscheinlich.
Koffein wird vom Körper nach oraler Einnahme schnell und praktisch vollständig aufgenommen. Die Konzentration im Blut steigt nach 15 Minuten an, die belebende Wirkung wird nach zirka 30 Minuten wahrgenommen und klingt innerhalb 2 bis 3 Stunden wieder ab.
Koffein wirkt belebend und stimmungsaufhellend. Die zentralstimulierende Wirkung erfolgt über die Ausschüttung von Adrenalin.
Koffein wird im Sport seit über 100 Jahren eingesetzt. Erst seit den 1970er Jahren werden gezielte Studien zur Untersuchung der leistungsverbessernden Wirkung durchgeführt. Die meisten Studien wurden unter Laborbedingungen durchgeführt. In Feldstudien konnten die positiven Effekte auf die Leistung nur begrenzt wiederholt werden. Meistens wurde reines Koffein und nicht Kaffee eingesetzt. Es ist heute nicht gesichert, ob der Genuss von Kaffee denselben Effekt wie reines Koffein hat. Koffein scheint auch bei kurzen Leistungen einen positiven Effekt zu haben. 

Mögliche Nebenwirkungen
Herzrasen, Zittern, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und unregelmäßiger Puls werden in hohen Dosen und bei nicht an Koffein gewohnten Personen gehäuft beobachtet. Die psychische Abhängigkeit ist größer als die physische. Bei regelmäßigem Konsum kann es zu Absetzkopfschmerzen kommen, die vorübergehender Natur sind. Entzugserscheinungen in Form von Nervosität, Konzentrationsstörungen und Reizbarkeit sind weitere Nebenerscheinungen.
Interaktion: Die Kombination von Koffein und Kreatin kann die ergogenen Effekte der Kreatinsupplementierung vermindern.
In den USA werden Kombinationen von Koffein, des Ephedra-Krautes und Acetylsalicylsäure zum Abnehmen angepriesen und weit verbreitet über das Internet verkauft. Diese Produkte unterstehen keiner staatlichen Heilmittelkontrolle, weshalb von der Einnahme abgeraten wird. Einige Sportler, die solche Produkte eingenommen haben, litten unter starken Nebenwirkungen. Die USA verzeichnen über 800 gemeldete Zwischenfälle und bereits über zehn Todesfälle.
Nicht vergessen werden soll, dass hohe Koffeindosen (größer als 6 mg pro kg KM) eher zu einer Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit führen als zu einer Verbesserung.

Kohlenhydratgetränke

Allgemeine Beschreibung
Seit den 1960er-Jahren wurden Getränke für den Einsatz vor, während und nach Belastungen entwickelt und als Kohlenhydratgetränke, Kohlenhydrat-Elektrolyt-Getränke oder isotonische Getränke bezeichnet. Diese Getränke sind neben Wasser oft aus verschiedenen Arten von Kohlenhydraten wie Traubenzucker, Fruchtzucker, Zucker und Maltodextrin in Konzentrationen zwischen 60 und 90 Gramm Kohlenhydraten pro Liter Getränk zusammengesetzt. Im Vergleich zu Kohlenhydratgetränken weisen kohlensäurehaltige Süßgetränke wie beispielsweise Cola, Fanta oder Rivella Kohlenhydratgehalte zwischen 100 und 130 Gramm pro Liter auf, während Fruchtsäfte zwischen 110 und 160 Gramm Kohlenhydrate pro Liter enthalten.
In den häufig auf Fruchtaromen aufbauenden Kohlenhydratgetränken befinden sich meistens auch kleinere Mengen an Mineralstoffen (Elektrolyten) wie beispielsweise Natrium, Kalium, Chlorid und Phosphat neben anderen Inhaltsstoffen (z.B. mittelkettige Fettsäuren (MCT), verzweigtkettige Aminosäuren (BCAA), Taurin etc.). Aus Praktikabilitätsgründen wurden im Verlauf der letzten Jahre auch konzentrierte Kohlenhydratlösungen in Form von Gels entwickelt, die neben verschiedenen Kohlenhydraten oft auch weitere Ingredienzien wie beispielsweise MCT, Koffein, Vitamine und in geringem Umfang auch Elektrolyte enthalten.

Metabolismus, Funktion, Wirkung und Leistung
Aufgrund verschiedener, an gesunden, nicht mangelernährten, trainierten Menschen durchgeführten Studien ist bei adäquater Anwendung und Dosierung eine direkte (schnell eintretende) positive Leistungsbeeinflussung wahrscheinlich.
Während länger dauernden, intensiven Belastungen gehen dem Körper in Abhängigkeit verschiedener äußerer Faktoren (z.B. Temperatur, Feuchtigkeit, Wind) große Mengen an Flüssigkeit verloren. Oft gelingt es nicht, über die gezielte Flüssigkeitszufuhr die entstehenden Flüssigkeitsverluste auszugleichen (Dehydrierung), was über Störungen verschiedener Stoffwechselfunktionen zu Flüssigkeitsverlust bedingten Leistungsminderungen führen kann. Neben diesen dehydrierungsbedingten Leistungsreduktionen wird bei mehrstündigen Belastungen mit nicht ausreichender Nahrungszufuhr oft auch ein Absinken des Blutzuckerspiegels beobachtet, der bei starkem Abfall zu Symptomen wie beispielsweise Schwindel, Übelkeit, kalter Schweiß, Sehstörungen und stark reduzierter Konzentrations- und Leistungsfähigkeit führen kann.
Dem heutigen Kenntnisstand entsprechend scheint es sinnvoll, sich während der Belastung hauptsächlich auf die Flüssigkeits-, Kohlenhydrat- und Elektrolytzufuhr (v.a. Natrium) über Kohlenhydratgetränke und Kohlenhydratgels + Wasser zu konzentrieren. Alternativen Energiequellen wie beispielsweise BCAA, MCT und weiteren Inhaltsstoffen (z.B. Glutamin, Kreatin, L-Carnitin) können bei der Einnahme während der Aktivität keine leistungsfördernde Wirkung zugeschrieben werden.

Mögliche Nebenwirkungen
In Abhängigkeit verschiedener Faktoren (z.B. Konzentration, Inhaltsstoffe) werden Kohlenhydratgetränke und Kohlenhydratgels individuell sehr unterschiedlich vertragen (z.B. Magen-, Darmprobleme). Unter Einnahme kohlenhydrathaltiger Getränke und Gels vor, während und nach der Belastung scheint die Oxidation von Fetten reduziert zu sein.

Kreatin

Allgemeine Beschreibung
Kreatin ist eine in der Leber, der Niere und der Bauchspeicheldrüse aus den Aminosäuren Glycin, Arginin und Methionin synthetisierte Stickstoffverbindung. Fisch und Fleisch weisen ca. 0.5 Gramm Kreatin pro 100 Gramm Lebensmittel auf. Das über die Nahrung aufgenommene Kreatin wird im Dünndarm intakt absorbiert und gelangt über die Blutbahn in Organe wie Muskulatur (ca. 95 % des Gesamtkreatinpools), Herz, Hirn und Hoden, bevor es als Kreatinin über die Nieren ausgeschieden wird. Der Tagesbedarf an Kreatin für eine 70 kg schwere Person entspricht mit ca. 2-3 Gramm einem kleinen Teil des Gesamtkörperbestandes von ca. 120 Gramm. Dieser Tagesbedarf wird je zur Hälfte durch die Nahrungsaufnahme und die körpereigene Synthese gedeckt. Im Zustand körperlicher Inaktivität liegen ca. 60-70 % des Kreatins in Form von Kreatinphosphat vor. In den schnellen Muskelfasern (Typ II) findet sich Kreatinphosphat in höheren Konzentrationen als in langsamen Muskelfasern (Typ I).

Metabolismus, Funktion, Wirkung und Leistung

Aufgrund verschiedener, an gesunden, nicht mangelernährten, trainierten Menschen durchgeführten Studien ist bei adäquater Anwendung und Dosierung eine indirekte (zeitlich verzögerte) Leistungsbeeinflussung wahrscheinlich.
Über eine erhöhte Kreatinzufuhr sind positiv leistungsbeeinflussende Haupteffekte durch größere Speichermengen an energiereichen Phosphaten während und zwischen hochintensiven, sich wiederholenden  Belastungen kurzer Dauer sowie unterstützende Nebeneffekte, die in einer geringeren Bildung von Stoffwechselzwischenprodukten wie Laktat, Hypoxanthin, Ammoniak bestehen, zu erwarten. Zudem kann Kreatin bei länger dauernder Einnahme tendenziell zu erhöhten Muskelmassenanteilen, sei es über eine erhöhte Belastungs- und Erholungsfähigkeit, eine erhöhte Proteinsynthese/verringerter Proteinabbau oder über einen erhöhten Füllungsgrad der Muskelzelle mit Wasser führen. Diese positiv leistungsbeeinflussenden Effekte können bei hochintensiven, sich wiederholenden Belastungsformen von weniger als 30 Sekunden Dauer (dynamische Kraft, isokinetische Kraft, Velosprint) die Leistungsfähigkeit verbessern.

Mögliche Nebenwirkungen

Eine Körpermassezunahme von 1 bis 2 Kilogramm wird unter Kreatineinnahme oft beobachtet. Obwohl Einzelfälle von Muskelkrämpfen, Dehydrierung und Magen- oder Darmunverträglichkeiten unter Kreatineinnahme beschrieben wurden, existieren keine wissenschaftlichen Studien, die diese Nebenwirkungen belegen würden. Personen mit Nierenfunktionsstörungen wird von einer Kreatineinnahme zurzeit abgeraten. Nach heutigem Kenntnisstand gilt es als unwahrscheinlich, dass Kreatin-Supplemente über deren Abbauprodukte zur Entstehung von Krebs beitragen. Potentielle Nebenwirkungen langfristiger hoher Kreatinzufuhren sind allerdings unbekannt und können erst nach Vorliegen entsprechender Studien beurteilt werden.

Natrium-Bikarbonat und Natrium-Citrat

Allgemeine Beschreibung
Chemisch gesehen zeigt der pH-Wert (ein Maß für die Konzentration an Wasserstoffionen) eine saure, neutrale oder basische Reaktion einer Lösung an. Auch Körperflüssigkeiten können als Lösungen interpretiert werden. So weist das Blut normalerweise beinahe einen neutralen pH um 7,4 und der Magensaft einen sauren pH von ca. 1,8 auf. Im Stoffwechsel beeinflusst der pH die Aktivität von Enzymen, die Funktion der Reizleitung, die Bildung von Signalsubstanzen und auch das Zellvolumen. Damit die zahlreichen nebeneinander ablaufenden, enzymatischen Reaktionen in der Zelle koordiniert funktionieren, muss die Anzahl an positiv geladenen Teilchen (z.B. Wasserstoffionen H+) über Puffersysteme möglichst konstant gehalten werden. Während über Aminosäuren (z.B. Methionin), Phosphat und organische Säuren in der Nahrung sowie körperliche Aktivität beträchtliche Mengen an Säuren zugeführt, respektive gebildet werden, existieren in und außerhalb der Zellen spezifische Puffersysteme, welche diese Säuren neutralisieren.

Metabolismus, Funktion, Wirkung und Leistung

Aufgrund verschiedener, an gesunden, nicht mangelernährten, trainierten Menschen durchgeführten Studien ist bei adäquater Anwendung und Dosierung eine direkte (schnell eintretende) und indirekte (zeitlich verzögerte) positive Leistungsbeeinflussung wahrscheinlich.
Während unter moderater Belastung der Blut-pH sich um 7,4, der intrazelluläre pH sich um 7,05 bewegt, sinkt der pH-Wert bei kurzfristigen, hochintensiven, anaeroben Belastungsformen im Blut bis 6,8 und in der Zelle auf Werte bis 6,4. Weder die oben beschriebenen Puffersysteme innerhalb und außerhalb der Zelle sind kurzfristig in der Lage, die bei diesen hochintensiven Belastungsformen eintretende Säureakkumulation zu verhindern.
Die Anwendung von Natrium-Citrat soll über die verstärkte, Natrium induzierte Chloridausscheidung die Bikarbonatspiegel im Blut erhöhen und dem Natrium-Bikarbonat identisch die Leistungsfähigkeit verbessern.
In neueren Studien wurde Bikarbonat über mehrere Tage eingenommen. Dabei wurde die täglich eingenommene Gesamtdosis auf ca. 4 Einzeldosen über den Tag verteilt zugeführt. Erstaunlicherweise scheint bei dieser mehrtägigen Einnahme die leistungsfördernde Wirkung des Natrium-Bikarbonats bis zu zwei Tage nach Absetzen der Supplemente anzuhalten.
Die einmalige Anwendung von Natrium-Bikarbonat und Natrium-Citrat wie auch die Anwendung von Natrium-Bikarbonat über mehrere Tage haben höchstwahrscheinlich ein  leistungsförderndes Potential.

Mögliche Nebenwirkungen

Im Zusammenhang mit der Supplementation von Natrium-Bikarbonat und Natrium-Citrat sind häufig auftretende Magen-Darm-Probleme beschrieben worden. Andere Nebenwirkungen, die auch durch eine Supplement induzierte Alkalose hervorgerufen werden, umfassen Störungen im Elektrolytstoffwechsel (Hypokaliämie, Hypernatriämie), Störungen des peripheren und zentralen Nervensystems wie beispielsweise Sensibilitätsstörungen, Kribbeln, taubes Gefühl und auch Krämpfe. Auch Herzrhythmusstörungen wurden unter der Einnahme von Puffersubstanzen beschrieben.
Salzsensitive Bluthochdruckpatienten und Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion sollen auf die Verwendung von Natrium-Bikarbonat und Natrium-Citrat verzichten. Mit Milch zusammen eingenommen können Natrium-Bikarbonat und Natrium-Citrat zum Milch-Alkali-Syndrom mit erhöhten Blutkalziumwerten und Kalziumablagerungen in der Niere führen.

Ginseng

Allgemeine Beschreibung
Der Begriff Ginseng bezieht sich auf mehrere Gattungen der Familie der Araliaceae. Der asiatische oder echte Ginseng stammt von der Pflanze Panax Ginseng C.A. Meyer, der amerikanische Ginseng von Panax quinquefolium . Der sibirische Ginseng, Eleutherococcus senticosus, stammt von einer Pflanze, die einer anderen Gattung angehört. Dieser wird in einem separaten Dokument besprochen. Es gibt noch weitere Arten, die unter dem Namen Ginseng zusammengefasst werden. Allen ist gemeinsam, dass sie als sogenannte Allheilmittel eingesetzt werden. Der Begriff Panax stammt aus dem griechischen und bedeutet "Alles heilend" (Pan: alles, Akos: heilen). Alle in der Folge gemachten Aussagen, beziehen sich auf den echten Ginseng (Panax Ginseng), mit dem auch die weitaus größte Zahl der Studien durchgeführt worden ist.
Die Anwendung des echten Ginseng als Stärkungsmittel (Tonikum) hat in der traditionellen Chinesischen Medizin eine über tausendjährige Tradition. Ginseng wird auch als adaptogenes Heilmittel bezeichnet. Adaptogen bedeutet, dass die Anpassungsfähigkeit des Körpers an innere und äußere Störungen (Stress) verbessert werden kann. Ein Adaptogen vermag ein durch Stress aus dem Gleichgewicht geratenen Stoffwechsel wieder zu normalisieren. Die Pflanze wird von Sportlerinnen und Sportlern aufgrund einer erwarteten positiven Wirkung auf die Erholungszeit und die verbesserte Fähigkeit mit Stress umzugehen eingenommen.

Metabolismus, Funktion, Wirkung und Leistung
Aufgrund bisher an gesunden, nicht mangelernährten, trainierten Menschen durchgeführten Studien ist bei adäquater Anwendung und Dosierung eine direkte (schnell eintretende) oder indirekte (zeitlich verzögerte) positive Leistungsbeeinflussung zwar möglich, wird aber zur Zeit kontrovers diskutiert.
Es ist nicht vollständig geklärt, welche Verbindungen die vielfältige Wirkung im Körper genau hervorrufen und steuern. Heute werden die Ginsenoside, aus der Klasse der Triterpensaponine, als Hauptinhaltsstoffe von Panax Ginseng betrachtet. Ginseng besteht aus einem kompliziertem Vielstoffgemisch, neben den bis heute über 30 bekannten, verschiedenen Ginsenoside findet man auch Polysaccharide, ätherische Öle und Mineralstoffe.
Die bisher am Menschen durchgeführten Studien ergaben kontroverse Resultate. Während ältere Studien, die positiven Ergebnisse aus Tierversuchen eher bestätigten, konnte in neueren doppelblind und placebokontrollierten Untersuchungen eine erhöhte Leistungsfähigkeit oder eine höhere Resistenz gegenüber Ermüdung nicht bestätigt werden.
Es kann gesagt werden, dass Ginseng bei älteren, untrainierten Leuten eher einen Nutzen verspricht, dieser jedoch nicht schnell eintretend ist. Jüngere, gesunde Athleten profitieren eher nicht von einer Einnahme von Ginseng. Aufgrund des heutigen Wissenstandes wird Ginseng als C-Supplement eingestuft.

Mögliche Nebenwirkungen
Es gibt keine Hinweise auf Nebenwirkungen und die Behandlung mit der vorgeschriebenen Dosierung gilt als relativ sicher. Es wird empfohlen nach dreimonatiger Behandlung eine Pause einzulegen. Es wird beschrieben, dass bei einer täglichen Dosis über drei Gramm bei Daueranwendern Euphorie, Schlaflosigkeit, Nervosität und Durchfall auftraten.
Die Anwendung bei Bluthochdruck ist kontraindiziert. Es gibt nicht genügend Untersuchungen über eine Anwendung während der Schwangerschaft oder in der Stillzeit, sodass von einer Einnahme eher abgeraten wird.

Eiweiße (Proteine)

Allgemeine Beschreibung
Eiweiße basieren auf einzelnen Aminosäuren, die unter sich verkettet sind und oft eine Kettenlänge von über 100 Einzelbausteinen (Aminosäuren) erreichen. Als Einzelbausteine sind ca. 20 verschiedene Aminosäuren bekannt, die in unterschiedlichster Reihenfolge zu Proteinen verkettet werden können. 8 dieser 20 Aminosäuren sind für den Menschen essentiell, das heißt, dass diese vom Körper selbst nicht hergestellt werden können und deshalb über die Nahrung zugeführt werden müssen.
Im Sport werden häufig aus der Milch stammende Eiweiße eingesetzt. Dabei wird zwischen den Kaseinaten (= Käseeiweiss) und den aus der Molke gewonnenen Molkenproteinen (Whey Protein) unterschieden. Zusätzlich sind auch Präparate anzutreffen, die nur aus Kartoffel-, Ei-, Soja-, Lupinen- oder Fleischprotein bestehen oder aus Gemischen dieser Einzelproteine hergestellt sind. Proteinprodukte, deren lange Eiweißketten durch sogenannte Hydrolyse in kürzere Ketten zerteilt wurden, werden als Hydrolysate bezeichnet.

Metabolismus, Funktion, Wirkung und Leistung


Aufgrund bisher an gesunden, nicht mangelernährten, trainierten Menschen durchgeführten Studien ist bei adäquater Anwendung und Dosierung eine direkte (schnell eintretende) oder indirekte (zeitlich verzögerte) positive Leistungsbeeinflussung zwar möglich, wird aber zur Zeit kontrovers diskutiert.
Während sich die empfohlene Zufuhr für gesunde, wenig aktive Personen auf ca. 0,8 g/kg KM beläuft, scheinen aktive Personen (z.B. Ausdauersportler/innen mit ca. 1,2–1,4 g und Kraftsportler/innen mit ca. 1,6–1,7 g Eiweiß/kg KM) einen erhöhten Bedarf aufzuweisen.
Von besonderem Interesse im Sport sind Eiweiße deshalb, weil erhöhte Spiegel von Aminosäuren im Blut den Proteinaufbau in der Muskelzelle zu erhöhen (anabol) und in geringerem Umfang auch den zellulären Eiweißabbau (katabol) zu reduzieren scheinen. Dieser Aspekt ist besonders in den Phasen des Muskelmassenaufbaus oder in der an hohe Belastungen anschließenden Regeneration von Interesse. Auch bei sich erschöpfenden Kohlenhydratspeichern während mehrstündigen Belastungen mittlerer Intensität scheint das Kohlenstoffgerüst verschiedener Aminosäuren zur Herstellung von Energie verstoffwechselt zu werden. In derartigen Situationen kann von außen zugeführtes Protein die oxidierten Aminosäuren ersetzen.
Neue Studien deuten darauf hin, dass schon die Zufuhr geringer Mengen (ca. 6 Gramm) an essentiellen Aminosäuren in Verbindung mit Kohlenhydraten 0 bis 2 Stunden nach Belastungen den Proteinaufbau erhöhen, während der Proteinabbau durch diese Maßnahme beim Gesunden weniger beeinflusst werden kann. Werden entsprechende Mengen essentieller Aminosäuren und Kohlenhydrate direkt vor Belastungen eingenommen, scheint sogar der Proteinaufbau während und nach Belastungen noch stärker angeregt zu werden. 
Aufgrund der heute verfügbaren Studien kann aber die durch die gezielte Proteinzufuhr schnellere Regeneration der Muskulatur oder der durch die verstärkte Eiweißsynthese mögliche erhöhte Muskelmassenzuwachs noch nicht als indirekt positiv leistungsbeeinflussender Faktor interpretiert werden.

Mögliche Nebenwirkungen
In ausreichender und nicht dauerhaft überdosierter Form aufgenommen richten Eiweiße in der Regel keinen Schaden an. Personen mit Leber- oder Nierenschädigung sollten allerdings Vorsicht walten lassen.

Werden Eiweiße über einen längeren Zeitraum hinweg zu hoch dosiert eingenommen, besteht die Gefahr, dass der Körper „übersäuert“ wird. Daher ist ausreichende Wasserzufuhr unabdingbar. In jedem Fall sind Langzeitschäden sind dann möglich, wenn dem Körper sehr hohe Dosen über einen längeren Zeitraum hinweg zugeführt werden. So kann die Gefahr einer Erkrankung an Gicht oder anderen Erkrankungen des rheumatischen Bereiches nicht ausgeschlossen werden.

Zu bedenken ist auch, dass Eiweiße einen gewissen Anteil an Kilokalorien haben, das sie sich also – sofern sie vom Körper nicht energetisch verbraucht werden – in Form von Fett im Körper ansetzen. Werden Proteinsubstanzen eingenommen, ist auch wichtig zu beachten, dass die Anteile der einzelnen Nahrungsbestandteile in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen, da sonst rasch Ermüdungserscheinungen auftreten, was letztendlich eine verminderte Leistungsfähigkeit zur Folge hat.

 

Regenerationssupplemente

Allgemeine Beschreibung
Während sich regenerative Maßnahmen nach Belastungsende in den letzten Jahren hauptsächlich auf die Wiederauffüllung der während der Leistung verlorengegangenen Flüssigkeit fokussiert haben, werden heute auch Aspekte der Reparatur zerstörter Gewebe, der Wiederauffüllung intramuskulärer Triglyzeride, der Stabilisierung des Immunsystems nach Belastungen und der Modulation hormoneller Systeme (z.B. Insulin, Cortisol) diskutiert. Neben der Wiederauffüllung der verlorengegangenen Flüssigkeit, auf die unter "Kohlenhydratgetränke" eingegangen wird, existiert eine Vielzahl an Studien, welche den Einsatz spezifischer Kohlenhydrat- und Kohlenhydrat-Protein-Mischungen als regenerationsfördernde Ernährungsmassnahmen diskutieren. Im Mittelpunkt des Interesses stehen momentan Optimierungen im Glykogen- und Eiweißstoffwechsel.

Metabolismus, Funktion, Wirkung und Leistung

Aufgrund verschiedener, an gesunden, nicht mangelernährten, trainierten Menschen durchgeführten Studien ist bei adäquater Anwendung und Dosierung eine indirekte (zeitlich verzögerte) Leistungsbeeinflussung wahrscheinlich.
Optimierungen des Glykogenstoffwechsel s: Obwohl seit langem bekannt ist, dass bei einer Kohlenhydratzufuhr von ca. 600 Gramm innerhalb 24 Stunden die Glykogenspeicher gefüllt werden, wird über viele Details einer optimalen Füllung noch immer diskutiert. Bei stark entleerten Speichern und genügend verfügbaren Kohlenhydraten kann in der ersten Stunde nach einer Belastung im Vergleich zu den folgenden Stunden von einer um ein Mehrfaches erhöhten Glykogenaufbaurate ausgegangen werden. Falls eine beschränkte Regenerationszeit zur Verfügung steht, sollte dieser Effekt des sehr schnellen Glykogenaufbaus direkt nach Belastung mit der Zufuhr von ca. 1 Gramm Kohlenhydrate pro kg Körpermasse ausgenützt werden. In den 4 bis 6 folgenden Stunden sollten alle 30 Minuten 0,6 g Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpermasse zugeführt werden. Um die für eine vollständige Optimierung der Glykogenspeicher benötigte Kohlenhydratmenge von 10 g Kohlenhydraten pro Kilogramm Körpermasse zu erzielen, müssten nach dieser 4 bis 6 stündigen Phase der Regeneration noch zusätzlich 3 g Kohlenhydrate pro kg Körpermasse eingenommen werden.
Optimierung des Eiweißstoffwechsels: Es gibt die Auffassung, dass mit diesen supplementinduzierten hormonellen Veränderungen ein vorteilhaftes Umfeld für ein verstärktes Muskelwachstum geschaffen werden könnte. Je mehr als wesentlicher Hauptfaktor für die Eiweißsynthese sowie eventuell den reduzierten Eiweißabbau die Verfügbarkeit von Kohlenhydraten (ca. 0,5-1 g pro kg Körpermasse; dies entspricht etwa 35 bis 70 g bei 70 kg Körpermasse) in Kombination mit kleinen Proteinmengen (ca. 6 g essentiellen Aminosäuren) diskutiert. Werden derartige Kohlenhydrat-Protein-Gemische direkt nach und ca. 1 bis 2 Stunden nach Belastung eingenommen, beeinflussen sie den Eiweißabbau geringfügig, fördern hingegen den Eiweißaufbau stark. Die Einnahme derartiger Kohlenhydrat-Protein-Gemische direkt vor Leistungen soll den Eiweißaufbau noch stärker modulieren können, als die vorhergehend erwähnte Einnahme direkt nach einer Belastung. Inwiefern allerdings eine kombinierte Kohlenhydrat-Eiweißaufnahme direkt vor Belastung vertragen wird, kann noch nicht schlüssig beurteilt werden.

Mögliche Nebenwirkungen

Nebenwirkungen von hochkonzentrierten Glukosepolymerlösungen oder Kohlenhydrat-Protein-Mischungen treten am wahrscheinlichsten in Form von Magen-Darmproblemen auf. Mögliche, mit einer Zufuhr isolierter Aminosäuren (z.B. in Form von Mischungen essentieller Aminosäuren) auftretende Nebenwirkungen sind zum heutigen Zeitpunkt noch nicht untersucht. Denkbare Stoffwechselveränderungen, die in Verbindung mit einem langfristigen, hohen Konsum von Regenerationsgetränken und den darin enthaltenen Einfachzuckern eintreten könnten, sind nicht bekannt.

Sägepalme

(Serenoa repens oder Sabal serrulata)

Allgemeine Beschreibung
Die Sägepalme ist eine Palmenart, die im Südosten der USA auf sandigem Boden wächst. Sie gehört zur Familie der Palmen. Sowohl die traditionelle Medizin als auch heutige Anwendungen verwenden die reifen Beeren der Pflanze.
Siedler in den USA beobachteten im frühen 19. Jahrhundert, dass die Weidetiere, die diese Beeren fraßen, fett und gesund waren. So wurde die Sägepalme ab 1870 zur Verbesserung der allgemeinen Gesundheit, der Reproduktion, zur Erhöhung des Körpergewichtes und zur Appetitstimulation eingesetzt.
Im Sport (v.a. im Bodybuilding) wird die Einnahme von Saw Palmetto Präparaten als Ergänzung bei einer Einnahme von Prohormonen (z.B. Androstenedion, DHEA) empfohlen. Saw Palmetto soll die Nebenwirkungen der Prohormone zu senken.

Metabolismus, Funktion, Wirkung und Leistung
Aufgrund der bisher an gesunden, nicht mangelernährten, trainierten Menschen durchgeführten Studien ist bei adäquater Anwendung und Dosierung weder eine direkte (schnell eintretende) noch indirekte (zeitlich verzögerte) positive Leistungsbeeinflussung wahrscheinlich.
Die Beeren enthalten Öl mit einem hohen Gehalt an Phytosterinen, weiter enthalten sie Fettsäuren, Polysaccharide und Flavonoide. Phytosterine sind steroideähnliche pflanzliche Verbindungen.
Die dem Extrakt in der Bodybuildingliteratur zugeschriebenen Wirkungen wurden nie am Menschen gezeigt. Es existieren keine Studien, die den Einfluss auf die sportliche Leistungsfähigkeit bei gesunden, trainierten Menschen untersucht haben.

Mögliche Nebenwirkungen

Es werden Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Durchfall und Übelkeit beschrieben. Durch eine Einnahme mit dem Essen kann die Auftretenswahrscheinlichkeit vermindert werden. Kinder und Schwangere sollten Zubereitungen der Sägepalme nicht einnehmen.

Sibirischer Ginseng  ( Eleutherococcus senticosus)

Allgemeine Beschreibung
Der sibirische Ginseng, auch Ciwujia genannt, ist nur entfernt mit dem echten Ginseng, Panax Ginseng, verwandt. Sie gehören beide der gleichen Pflanzenfamilie der Araliaceen an. Den beiden Pflanzen werden ähnliche Wirkungen zugeschrieben, wobei diejenigen des sibirischen Ginsengs wesentlich schlechter dokumentiert sind.
Verwendet werden die getrockneten Wurzeln und daraus hergestellte Präparate. In der traditionellen Volksmedizin Chinas wurde er bei Bronchitis, Rheumatismus und als Tonikum eingesetzt. Russische Forscher berichten von verminderter Krankheitsanfälligkeit, Steigerung der muskulären Kraft und verbesserter Erholung nach körperlichen Leistungen. In Sportkreisen wird der sibirische Ginseng als Mittel zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit beworben. Aufmerksamkeit erregte 1996 die Meldung, dass der sibirische Ginseng den Fettverbrauch bei acht Probanden in einem Fahrradergometertest um 43% erhöht habe und die Laktatproduktion senken konnte. Diese Studienresultate wurden nie publiziert und es lässt sich somit nicht beurteilen, ob die Studie vertrauenswürdig ist. Eine Studie aus dem Jahr 2000 konnte einen solchen Effekt in einem Fahrradergometertest nicht nachweisen.

Metabolismus, Funktion, Wirkung und Leistung
Aufgrund der bisher an gesunden, nicht mangelernährten, trainierten Menschen durchgeführten Studien ist bei adäquater Anwendung und Dosierung weder eine direkte (schnell eintretende) noch indirekte (zeitlich verzögerte) positive Leistungsbeeinflussung wahrscheinlich.
Die Resultate einiger Studien aus den ehemaligen Staaten der UDSSR, wie verminderte Krankheitsanfälligkeit, Steigerung der muskulären Kraft und verbesserte Erholung nach körperlichen Leistungen, wurden bisher nicht bestätigt. Zwar verbesserte sich die Kraft des Quadrizeps in einer Studie mit 30 Teilnehmern, Studien mit Ausdauerläufern zeigten keinen Einfluss auf die Zeit bis zur Erschöpfung, den Sauerstoffverbrauch oder die Laktatproduktion.

Mögliche Nebenwirkungen
Bei Bluthochdruck sollen weder die getrocknete Wurzel des sibirischen Ginsengs noch deren Präparate eingenommen werden. Dieser Rat wird von einigen Wissenschaftlern angezweifelt, da es auch Hinweise gibt, dass die Pflanze den Blutdruck zu senken vermag.

Tribulus terrestris (Erdburzeldorn, Erdsternchen oder Dreispitz)

Allgemeine Beschreibung
Tribulus terrestris ist eine einjährige Pflanze, die ursprünglich im westlichen Asien beheimatet ist. Heute ist sie im ganzen Mittelmeerraum, in Südamerika, Südafrika und Australien weit verbreitet. Sie gehört botanisch zur Familie der Jochblattgewächse (Zygophyllazeen).
Tribulus wird als Heilpflanze in der ayurvedischen Medizin gegen Harnsteine eingesetzt, da die Früchte der Pflanze wassertreibend (diuretisch) wirken.
Das bekannteste Präparat, das oft als Supplement beschrieben wurde, heißt Tribestan und stammt ursprünglich aus Bulgarien. Tribulus Präparate sollen die Testosteronproduktion erhöhen, indem sie die Ausschüttung von LH (luteinisierendes Hormon) fördern. LH ist ein Hormon, das in der Hirnanhangdrüse gebildet wird und beim Mann eine Rolle in der Regulation der natürlichen Testosteronproduktion spielt. Eine erhöhter Testosteronspiegel könnte theoretisch das Muskelwachstum unterstützen (anaboler Effekt). Bei der Frau fördert LH die Reifung des Gelbkörpers während des menstruellen Zyklus.

Metabolismus, Funktion, Wirkung und Leistung
Aufgrund der bisher an gesunden, nicht mangelernährten, trainierten Menschen durchgeführten Studien ist bei adäquater Anwendung und Dosierung weder eine direkte (schnell eintretende) noch indirekte (zeitlich verzögerte) positive Leistungsbeeinflussung wahrscheinlich.
Bei Tieren konnte eine Erhöhung des Testosteronspiegels nach Verabreichung von Tribestan Kapseln im Blut nachgewiesen werden. Die meisten Studien wurden an Schafen in Staaten des ehemaligen Ostblocks durchgeführt und es gibt keine Hinweise, dass sich diese Resultate auf gesunde, trainierte Männer übertragen lassen. Es ist heute nur eine Studie an gesunden, Krafttraining betreibenden Männern bekannt, die den Effekt von Tribulus auf die Körpermasse und den Anteil des Körperfettes untersucht hat. Nach achtwöchiger Behandlung mit circa 250 Milligramm Tribulus zeigte die Behandlungsgruppe gegenüber der Placebogruppe keine Unterschiede bezüglich des Körperfettanteils, der Körpermasse und der Muskelkraft. In dieser Studie wurden weder die Plasmatestosteronspiegel noch die LH-Spiegel gemessen.
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass zum heutigen Zeitpunkt keine Studien existieren, die aufzeigen, ob und in welchen Situationen eine Supplementation mit Tribulus einen positiven Effekt auf den Hormonstatus ausüben könnte. Es wird spekuliert, dass die Effektivität vom Trainingsstatus, von der Dauer der Supplementation und vom hormonalen Status abhängt. Aufgrund der gegenwärtigen Datenlage wird Tribulus als E-Supplement eingestuft.

Mögliche Nebenwirkungen
Es gibt keine Studien, die die Langzeitanwendung bei Menschen untersucht haben. Auch existieren keine Studien zur Toxizität (lang- oder kurzfristige Giftigkeit). Bei den wenigen Studien am gesunden Menschen traten über einen Einnahmezeitraum von acht Wochen keine Nebenwirkungen auf.
Bei Schafen traten Lähmungen der Hinterbeine und Fälle von Gelbsucht auf.


Quelle:
http://www.dge.de

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