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LEXEVITA

Vollwerternährung

Die Vollwerternährung ist ein Ernährungskonzept, das der Bakteriologe und Hygieniker Werner Kollath (Professor in Breslau, Rostock und Freiburg im Breisgau) erstmals 1942 im Buch Die Ordnung unserer Nahrung vorgestellt hat.

Nach der sogenannten "Gießener Konzeption" wurden diese altbewährten Erfahrungen durch neuere ernährungswissenschaftliche Forschungsergebnisse erweitert, was zur
folgenden wissenschaftliche Definition der Vollwert-Ernährung (Gießener Formel nach Leitzmann, v. Kürten, Männle) führte: "Vollwert-Ernährung ist eine Ernährungsweise, in der ernährungs- physiologisch wertvolle Lebensmittel schmackhaft und abwechslungsreich zubereitet werden. Sie besteht vornehmlich aus pflanzlichen Lebensmitteln - Vollgetreide, Gemüse und Obst, möglichst aus kontrolliertem Anbau - sowie Milch und Milchprodukten. Etwa die Hälfte der Lebensmittel wird als Frischkost verzehrt; Fleisch und Eier spielen eine untergeordnete Rolle. Vollwert-Ernährung unterscheidet sich von üblicher Mischkost durch das Vermeiden übertriebener Be- und Verarbeitung der Lebensmittel sowie durch das Vermeiden von Zusatzstoffen."

Der Grundgedanke ist das Postulat, Lebensmittel seien umso wertvoller und gesünder, je weniger sie bearbeitet werden. Kollath unterteilte die Lebensmittel in sechs "Wertstufen": Wertstufe 1 haben unveränderte, frische Lebensmittel, die nicht erhitzt wurden, Wertstufe 2 mechanisch veränderte, Wertstufe 3 enzymatisch veränderte, Wertstufe 4 hitzebehandelte, Wertstufe 5 konservierte oder stark verarbeitete und Wertstufe 6 schließlich isolierte Lebensmittelsubstanzen oder ihre Kombination. Heute werden die ersten drei Stufen oft zusammengefasst. Sie werden in absteigendem Maß als "Lebensmittel" empfohlen, von den anderen drei "Nahrungsmitteln" wird abgeraten. Nach Kollaths Theorie enthalten nur möglichst unbehandelte Lebensmittel genügend essentielle Inhaltsstoffe, die er "Auxone" nannte. Durch den Mangel von Auxonen würde "Mesotropie", eine Mangelernährung, die zu chronischen Erkrankungen führe, hervorgerufen.

Neben den Wertstufen wird bei der Vollwertkost allgemein auf eine fettarme Ernährung mit geringem Verzehr von tierischen Produkten Wert gelegt, vegetarisch muss Vollwerternährung aber nicht sein.

Die Einteilung der Lebensmittel in Wertstufen ist nicht immer nachvollziehbar: So gilt z. B. Muskelfleisch als hitzebehandelt (Wertstufe 4), Innereien aber werden zu den isolierten Substanzen (Wertstufe 6) gezählt; blanchierte Hülsenfrüchte gelten als unerhitzt (Wertstufe 1), Fruchtsäfte dagegen als erhitzt (Wertstufe 4); Früchtetee wird als unerhitzt, Malzkaffee als erhitzt eingestuft; Muscheln werden als mechanisch verändert eingeordnet.

Der in der Vollwertkost vor allem empfohlene Verzehr von rohem Frischkornbrei und gekeimtem Getreide kann bei einigen Getreidearten zu gesundheitlichen Komplikationen führen, da dabei auch Pflanzenabwehrstoffe in den Darm gelangen, die die Verdauung behindern und zur Bildung von Gärungsprodukten wie Methanol, Butanol, Propanol und Fuselalkoholen führen. Besonders bei längerfristigem Verzehr von Vollkornweizen ("Nun musste es auffallen, dass die Menschen früher niemals den Weizen als Frischkornschrot gegessen haben." Kollath ) besteht die Gefahr einer Unterversorgung mit Mineralstoffen und Eiweißen, deren Aufnahme durch die Abwehrstoffe blockiert wird. Durch die Behinderung der Stärkeverdauung können sich Darmpilze einnisten.

Es gibt Belege, dass Vollwerternährung zeitlich befristet als Diät wirkungsvoll ist, doch sollte die individuelle Bekömmlichkeit beachtet werden. Vollwerternährung kann unter Umständen zu starken Blähungen, Verdauungsstörungen, Schädigungen von Darmschleimhaut und Immunsystem, Untergewicht und Menstruationsstörungen führen. Dauerhaft angewendet oder während einer Schwangerschaft bedarf sie ärztlicher Aufsicht. Durch klinische Studien wurde eine positive Wirkung der Vollwerternährung bisher nicht belegt.

Heute gibt es eine Vielzahl von Lehren der Vollwerternährung, die im Zuge der Umweltbewegung der 1970er und 1980er Jahre eine Renaissance erfahren hat.


Quelle: http://www.alternativeninderaltmark.de/vollwert.htm , http://www.wikipedia.de

Ordnung der Nahrung nach Prof. Kollath

Lebensmittel



Nahrungsmittel



a) natürlich

b) mechanisch
verändert

c) fermentativ
verändert

d) erhitzt

e) konserviert

f) präpariert

Samen I
Ölsaaten
Nüsse
Mandeln
Oliven







Samen II
Getreide

Öle
zerkleinerte Ölsaaten









Mahlprodukte
Vollkornmehl
Schrote

Eigenfermente
Hefe
Bakterien









Breie ungekocht
aus Vollkorn

Gebäcke aus Vollkorn










Breie
gekocht
aus Vollkorn

Gebäcke
Dauerback-waren auch aus Vollkorn-mehl

Pflanzliche
Präparate
Fabrikfette
raffinierte Öle
Margarinen
Eiweiß
alle Fabrik-zuckerarten
weißer Zucker
brauner Zucker
Trauben-, Milch-, Frucht-,
Malzzucker, Süßigkeiten,
Sirup
Zuckerkon-zentrate
Produkte aus
Auszugsmehl (Weißmehl, Graumehl)
Stärke, Grieß, Nudeln,
geschälter Reis

Honig
Früchte

Salate aus Früchten, natur-trübe Säfte

Gärsäfte

Früchte

Frucht-konserven
Marmeladen

Aromastoffe
Vitamine
Wuchsstoffe
Fermente
Nährsalze

Gemüse

Salate aus Gemüse

Gärgemüse
Sauerkraut

Gemüse

Gemüsekonserven

Aromastoffe
Vitamine
Wuchsstoffe
Fermente
Nährsalze

Eier



Milch

Blut, Eischnee



Milchprodukte
Butter

Fleisch, Schabefleisch


Gärmilch, Quark, Käse, Joghurt (rechts-drehend)

Fleisch
Fisch
Eier

gekochte Milch

Tierkonserven



Milch-konserven
H-Milch

Tierpräparate



Milchpräparate, Säuglings-nahrung
Trocken-nahrung

Quellwasser

Leitungswasser

Gärgetränke

Extrakte
Teearten, Brühe

Gemische
Kunstwein
Liköre
gechlortes Leitungs-wasser

Destillate
Künstl. Mineral-wasser
Branntwein

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