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FechtenFechten ist in erster Linie eine Kampfsportart, die sich aus einer Kampftechnik heraus entwickelt hat. Ursprünglich ist Fechten ein bewaffneter Kampf von meist zwei Personen, bei dem Blankwaffen mit relativ langen Klingen und mit einem Handschutz verwendet werden. Diese können so geführt werden, dass die Angriffe des einen Gegners durch den anderen Gegner mit der Klinge bzw. an der durch Klinge und Handschutz gebildeten konkaven Form abgefangen werden. Beim Fechten kommt es also zum direkten Kontakt der eingesetzten Blankwaffen, anders als beispielsweise dem Einsatz von Messern oder Dolchen (bei denen Ausweichen oder der Griff ans Handgelenk zur Verteidigung eingesetzt werden), oder beim mittelalterlichen Schwertkampf (bei dem die Schläge in der Regel mit einem Schild pariert wurden). Heute wird mit Fechten überwiegend das Sportfechten (dieser Artikel) bezeichnet. Theaterfechten und Mensurfechten werden mit Klingenwaffen ausgeführt. Weiterhin gibt es Stockfechten (Kendo); Boxen wird auch als Faustfechten bezeichnet. Der Fechtsport ist eine olympische Disziplin. Fechtsport ist ein Kampfsport, bei dem zwei Gegner versuchen, sich gegenseitig mit einer Stoß- oder Hiebwaffe zu treffen. Die im Wettkampf zum Einsatz kommenden Fechtwaffen bzw. Waffengattungen sind der Säbel, der Degen und das Florett. Florett und Degen sind reine Stoßwaffen, der Säbel ist eine Hieb- und Stoßwaffe. Es wird auf einem stegartigen (lang und schmal) Boden, der Fechtbahn (frz.: Planche) gefochten. Je nach verwendeter Waffe zählen Berührungen in bestimmten Regionen am Körper des Gegners als Treffer; diese werden im Wettkampf heute mit einer elektrischen Trefferanzeige erfasst. Sieger ist, wer zuerst eine bestimmte Anzahl von Treffern am Gegner gesetzt hat. Die Sprache des Fechtens ist französisch, früher auch deutsch. Die WaffengattungenSowohl im modernen als auch im klassischen Fechten gibt es drei verschiedene Waffen: Degen, Florett und Säbel. Diese Waffen wurden Ende des 19. Jahrhunderts standardisiert. Fechtanfänger beginnen üblicherweise mit dem Florett, um die Grundlagen des Fechtens leichter lernen zu können. Aufgrund seines geringen Gewichtes ist das Florett auch gut für Kinder geeignet. In der Vergangenheit war es Frauen nur erlaubt, mit dem Florett zu fechten. In einigen klassischen Fechtschulen werden historische Fechtwaffen gelehrt, zum Beispiel Langstab, Rapier und Dolch. FlorettDas Florett ist eine Stoßwaffe, d.h. Treffer müssen mit der Spitze beim Gegner aufkommen. Wurden ursprünglich nur möglichst gerade Stöße ausgeführt (Arm wird gestreckt, durch Beinbewegungen wie Ausfall oder verschiedene Vorwärtsschritte wird die Distanz endgültig verkleinert), sind im modernen Sportfechten auch hiebähnliche Bewegungen üblich. Diese Bewegungen hat man sich vom Ablauf ähnlich jenen mit einer Peitsche oder Angel vorzustellen, wobei natürlich der Taster an der Spitze den Treffer anzeigen muss. Trefffläche beim Florettfechten ist nur der durch die Elektro-Weste gekennzeichnete Oberkörper mit einem V-förmig im Schritt zulaufenden Ende nach unten. Insbesondere Kopf, Arme und Beine sind dadurch ausgenommen. Das Florett sich aus dem Leichtschwert bzw. Rapier entwickelt. Es hat eine dünne, biegsame Klinge und eine so genannte Glocke als Handschutz. Florettduelle haben durch die Leichtigkeit der Waffe früher schnell mit tödlichen Stichen in den Oberkörper geendet, weswegen sie rasch an Bedeutung verloren und das Florett recht früh nur noch als Übungswaffe zur Verbesserung der eigenen Fechtkunst eingesetzt wurde. Beim Florett gibt es im Gegensatz zum Degen keine Doppeltreffer, sondern ein Angriffsrecht (s.u.). Das Florett besteht aus Spitze, Klinge, Glocke und Griff. Die als Taster wirkende Spitze besteht aus einem (natürlich stumpfen) Kopf und Feder mit Hülse. Die Feder muss bei senkrecht gehaltenem Florett ein Gewicht von mindestens 500 g hochdrücken, um für einen Wettkampf verwendet zu werden (damit der Gegner nicht auch bei leichten Berührungen als getroffen angezeigt wird). Die Klinge hat einen quadratischen Querschnitt und wird von der Spitze bis zur Glocke immer dicker und unflexibler. Man unterteilt sie in Klingenstärke, Klingenmitte und Klingenschwäche, was insbesondere den Punkt angibt, wo sie bei einer bestimmten Aktion die gegnerische Klinge berührt. In der Mitte einer Seite (in der Regel oben) hat die Klinge eine Längsrille, in die eine elektrische Leitung eingeklebt ist. Die runde und tellerartig geformte, kleine Glocke dient zum Schutz der Hand und enthält neben einem Polster einen Stecker für den Anschluss des Kabels. Für den Griff gibt es drei verschiedene Arten:
Durch das Angriffsrecht, das Aktivität belohnt, ist das Florettfechten dynamisch, die Gegner ständig in Bewegung, und Treffer fallen meist vor Ablauf einer halben Minute. DegenDer Degen ist der Nachfolger des beim Duell verwendeten Degens aus dem 19. Jahrhundert. Er ist stabiler und schwerer und mit einer größeren Glocke als das Florett versehen, da auch die Hand geschützt werden muss. Der Degen ist wie das Florett eine Stoßwaffe. Das oben zu hiebähnlichen Bewegungen gesagte gilt analog, wenngleich nicht so hoch ausgeholt werden kann, weil sonst der eigene Arm leicht getroffen wird. Der ganze Körper ist Trefffläche, auch Kopf und Füße. Es gilt die Regel "Jeder Treffer zählt". Dadurch gibt es Doppeltreffer (zwei Treffer innerhalb von 40 msec) und deswegen kein bestimmtes Angriffsrecht. Durch diese natürlichen Regeln wird die Abstammung von einer Duellwaffe betont. Da der gegnerische Arm und insbesondere die Hand von der Entfernung her am nächsten liegt, konzentrieren sich jedoch beim Sportfechten viele Aktionen darauf, die Hand zu treffen bzw. die eigene Hand zu verbergen, was einem Degengefecht ein etwas statisches, mitunter hölzernes Aussehen geben kann. Die Bestandteile des Degens sind im Wesentlichen die gleichen wie beim Florett. Im Unterschied muss die Degenspitze ein Gewicht von mindestens 750 g hochdrücken. Die Degenklinge hat einen leicht V-förmigen Querschnitt und wird ebenfalls von der Spitze bis zur Glocke immer dicker. SäbelDer Säbel stammt vom Militärsäbel der Kavallerie des 19. Jahrhunderts ab. Er besitzt eine flache und leichte Klinge. Der Säbel ist eine Hieb- und Stoßwaffe, d.h. Treffer können mit der (natürlich ebenfalls stumpfen) Klingenschärfe gesetzt werden. Die Trefferfläche ist der gesamter Oberkörper inkl. Kopf und Armen, wobei allerdings der Schritt im Gegensatz zum Florett ausgeklammert ist, das heißt die Trefffläche horizontal unter dem Bauch endet. Das Säbelfechten ist in der Regel noch schneller als mit dem Florett. Treffer fallen oft schon nach wenigen Sekunden. Wie beim Florett gilt ein Angriffsrecht. Ungültige Treffer werden nicht angezeigt, so dass z.B. bei einem Treffer auf ein Bein das Gefecht nicht unterbrochen wird. Der Säbel ist ähnlich aufgebaut wie die obigen beiden Waffen, hat aber keine Spitze mit beweglichem Kopf als Treffersensor, sondern die Klinge läuft in einer Rundbiegung aus. Die Säbelklinge hat einen annähernd rechteckigen Querschnitt, benötigt aber keine eingeklebte Litze, sondern ist als ganze elektrisch leitend, damit gültige Treffer angezeigt werden können. Die Säbelglocke ist anders geschnitten und eher halbkugelförmig um die Hand nach unten herumgezogen als die tellerartigen Glocken der beiden anderen Waffen. Für den Säbel gibt es nur eine dem französischen Griff ähnliche Griffart. GeschichteFechten gehört neben Boxen und Ringen naturgemäß zu den frühesten Zweikampf-Wettbewerben der Menschen und ging aus dem kriegerischen Fechten mit dem Schwert als Trainings- oder Spielform hervor. Eine Art sportliches Fechten betrieb man schon sehr früh in Ostasien mit blanken Waffen und in Afrika und Japan mit Stöcken. Die Antike kannte Fechtschulen, und im Römischen Reich des Augustus liebte die Jugend das Schaufechten. Mit der Erfindung des Schießpulvers im 15. Jahrhundert verlor das schwere Schwert seine Bedeutung, und es kam das Fechten mit leichten Waffen auf, für das es bald einheitliche Regeln und Lehrbücher (zuerst 1410 in Italien) gab. Von Italien ausgehend erlebte dann das Florettfechten in Frankreich seine erste Blütezeit, Gesichtsmasken machten es gefahrloser. 1570 erfand der Franzose Henri Saint Didier die meisten Fechter-Fachausdrücke, die auch heute noch verwendet werden. In Deutschland, das sich mit den Italienern um die Urheberschaft des sportlichen Fechtens streitet, wurde es vor allem an den Universitäten betrieben, verlor aber durch die studentische Mensur (blutige "Hiebe") seinen sportlichen Charakter. Eine Förderung erfuhr das Fechten dann wieder durch die Turnerbewegung im 19. Jahrhundert. 1862 entstand der erste Fechtklub in Hannover, 1896 fanden die ersten Meisterschaften statt. Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Fechten aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar, dort kann man den Artikel bearbeiten . Anzeigen
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