JOURNAL
LEXEVITA

Berufs- und Privatleben

Sind der Beruf und unser Privatleben miteinander vereinbar?

Zunehmende Flexibilisierung einhergehend mit neuen Formen der Arbeitsgestaltung und deren Organisation haben zur Folge, dass sich auch unser Privatleben verändert und flexibel gestaltet wird. Die Trennung von Berufs- und Privatleben verwischt und auch die Organisation z.B. der Familie über den arbeitenden Vater und die hausfräuliche Mutter wird neu überdacht. Hier liegen dann auch für jeden einzelnen, der daran beteiligt ist, neue individuelle Handlungsspielräume und weiterreichende Zukunftsoptionen, die es für das eigene Wohlbefinden zu nutzen gilt. Diese Balance von Erwerbstätigkeit und privater Lebensführung in alltagspraktischer und berufsbiographischer Perspektive als neuer Begriff der soganannten Work-Life-Balance geprägt, wird auf der anderen Seite eingeengt durch die individuell zu bewältigende Intensivierung von Arbeit und Aufgaben und die zunehmenden räumlichen und zeitlichen Mobilitätsansprüche von Individuen und Familien.

Dabei fühlen sich mehr als zwei Drittel der Deutschen gestresst und würden lieber etwas kürzer treten. Ein Viertel aller Befragten hätte gerne mehr Zeit für sich, den Partner, die Familie, was aber schlichtweg am Geld scheitert.

Die Neubewertung von Arbeit für den Einzelen

Weltweite Krisen und gesellschafts-politische Umbrüche in unserem Land haben den Stellenwert, den die Arbeit für den Einzelnen hat, verändert. Der Einstellung "Leistung wird sich lohnen" ist eine ernüchterte Gewissheit gefolgt: Wenn auch hochqualifizierte Menschen arbeitslos werden, Aufstiegsmöglichkeiten durch Sparmaßnahmen verloren gehen und wenn trotz mehrerer Millionen Arbeitsloser die Aussicht auf immer mehr Arbeit und immer längere Arbeitszeiten wahrscheinlich sind, dann lohnt sich eine über das normale Maß hinausgehende Leistung eben ganz offenbar nicht, zumindest nicht automatisch.

Zeit ist wichtiger als Geld 

Damit gilt nicht mehr der Spruch "erst die Arbeit und dann das Vergnügen", Beruf und private Interessen und Verpflichtungen sollen im gerechten Gleichgewicht, in Work-Life-Balance, gehalten werden. Und so haben die Personalabteilungen in vielen Firmen und Behörden erkannt, wie wichtig ihnen ein gut motiviertes Team ist, und wie entscheidend es ist, gerade auch Mitarbeiter mit Familien zu unterstützen. Mit dem Instrument Work-Life-Balance schaffen diese Betriebe neue Arbeitsmodelle, mit flexiblen Arbeitszeiten, daran angepassten betriebseigenen Kindergärten und begleitenden Hilfsmaßnahmen. Das nützt dem Personal und rechnet sich dann durchaus auch für den Betrieb!

Wie sieht Work-Life-Balance aus? 

- die verschiedenen beruflichen und privaten Lebensinhalte sollen in individueller Balance gehalten werden.
- Es ist besser, weniger Zeit zu haben, die dafür aber ganz.
- Die absolute Gleichsetzung von Berufserfolg mit Lebenserfolg stimmt so nicht.
- Das Ideal anstreben: Möglichst ohne Anstrengung mit Erfolg Großes leisten!

Ein Regelkatalog für Veränderungen: 

- Immer nur eine Sache auf einmal verändern.
- Tue zuerst das Neue und daher Schwierige, sonst ist die Versuchung zu groß, es zu verschieben.
- Lass deinem Schweinehund keine Chance für seine gemeinste Falle, die Ausnahme
- Mach dir den Anfang so leicht wie möglich. Wer beispielsweise mit dem Joggen anfangen will, muss ja nicht gleich mit einer halben Stunde pro Tag anfangen. Zehn Minuten zum Angewöhnen reichen auch..

Für Heimarbeiter ist Disziplin das Wichtigste

Seien Sie vorsichtig: Gerade zu Hause arbeitet es sich nicht so einfach, wie man annehmen mag. Es bedarf einer besonderen Strenge mit sich selbst, damit sie Ihre Arbeitszeit deutlich vom Privatleben unterscheiden.

Verlangen Sie von Ihrem Arbeitgeber und von sich selbst ein Privatleben! Auch wenn die Infrastruktur zur Förderung einer größeren Flexibilität am Arbeitsplatz vorhanden ist, so müssen die Unternehmen und auch die einzelnen Personen selbst sich aktiv an der Verbesserung ihrer Work-Life-Balance beteiligen.

Ein Leben nach der Arbeit

Wenn wir all das nun abwägen, ist es tatsächlich möglich, ein freundschaftliches Verhältnis zwischen Beruf und Privatleben herzustellen. Wie in jeder ‚Freundschaft' würde dies bedeuten, dass es sich um einen Prozess in zwei Richtungen handelt, mit gegenseitigem Respekt und Achtung.

Eines steht dabei felsenfest: In Anbetracht der steigenden Dauer des Berufslebens und der Freuden der Rente, die sich immer weiter von uns entfernen, besteht einfach kein Anlass dazu, das Privatleben während des Berufslebens zweitrangig zu behandeln.

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