JOURNAL
LEXEVITA

Hautkrankheiten

Die Haut ist flächenmäßig das größte (je nach Körperumfang und Körpergröße 1,5 - 2 m2 ), das schwerste (bis zu 10 kg) und funktionell das vielseitigste Organ des menschlichen Körpers. Sie dient der Abgrenzung von Innen und Außen (Hüllorgan), dem Schutz vor Umwelteinflüssen, der Repräsentation, Kommunikation und Wahrung der Homöostase (inneres Gleichgewicht). Weiterhin übernimmt die Haut wichtige Funktionen im Bereich des Stoffwechsels und der Immunologie und verfügt über vielfältige Anpassungsmechanismen. Aufgrund der engen Beziehung zur Psyche wird sie auch als "Spiegel der Seele" bezeichnet.

Die Haut schützt uns vor dem Eindringen von Erregern bzw. gasförmigen, flüssigen oder festen Fremdsubstanzen im weitesten Sinn, mechanischen Verletzungen, Strahlenschäden, aber auch vor Flüssigkeits- Elektrolyt- und Proteinverlusten, die bei schweren Verbrennungen der Haut lebensbedrohliche Ausmaße annehmen.

Über die Haut kann der Körper seinen Wärmehaushalt regulieren. Einer Überhitzung wirkt die Haut mit den Schweißdrüsen entgegen. Durch die Schweißproduktion wird Wärme von den dicht unter der Haut verlaufenden Kapillargefäßen, die dazu weit geöffnet sind, abgeführt (siehe Schwitzen). Mit Hilfe des Unterhautfettgewebes und im geringeren Maße durch die der Behaarung wird Wärme zurückgehalten. Bei Kälte wird die Haut und das Unterhautfettgewebe nur noch gering durchblutet und beide wirken dadurch als Isolatorschicht. Die Haare können Aufgrund des geringen Haarkleides des Menschen nur noch geringe Isolationsfunktion übernehmen. Dennoch kann man das Wirkprinzip eines Fellkleides noch gut beobachten. Bei der bei Kälte auftretenden Gänsehaut richtet der M. erector pili“ das Haar auf. Eine geschlossene Behaarung ermöglicht hier einen wesentlich besseren Schutz vor Unterkühlung.

Die Haut des Menschen schützt das darunter liegende Gewebe und das Blut vor Ultraviolett-Strahlung (UV-Strahlung). Die Stärke der einfallenden UV-Strahlung hängt von der geographischen Lage und von der Jahreszeit ab. Die Haut reagiert auf den Reiz mit der Bildung des Melanins, das der Haut einen braunen Farbton gibt und der Verdickung der Hornschicht, die die Haut umgibt, der sogenannten Sonnenschwiele. Auch die Hautfarbe des Menschen stellt eine Anpassung an diese Variation dar.

Das Spektrum der Hautkrankheiten ist sehr breit. Es reicht von der Pilzinfektion über bakterielle oder virale Infektionen bis zur Autoimmunkrankheit.

Hautkrankheiten sind zum Beispiel: (Durch ein Klick gelangen Sie zu weiteren Informationen)

  •  

Im weiteren werden einige Hautkrankheiten kurz erläutert.

Akne

nach oben

Akne ist eine krankhafte Veränderung der Haut mit Bildung entzündlicher Pusteln. In erster Linie betroffen sind zumeist die Talgdrüsen um die Haarwurzeln, in denen sich deren Ausscheidung, der Talg, staut und entzündet.

Man unterscheidet verschiedene Arten von Akne, von denen insbesondere die Akne vulgaris häufig in der Pubertät auftritt und sich meistens im Übergang zum dritten Lebensjahrzehnt bessert. Als mitverursachend gelten dabei hormonelle Prozesse, durch die die Talgproduktion noch zusätzlich gesteigert wird.

Akne roseacea hingegen tritt häufiger bei 30- bis 40-jährigen auf und kennzeichnet sich durch rote Flecken und erweiterte Äderchen im Gesicht.

Bekannt ist weiter auch die seltenere Chlorakne , die durch Hautkontakt mit dem mitunter zur Desinfektion (etwa in Schwimmbädern) verwendeten chemischen Element Chlor auftritt. Schwere Akneformen können zur Narbenbildung führen.

Wie grundsätzlich bei Hautkrankheiten an gut sichtbaren Stellen führt die Akne mitunter zu schwerwiegenden psychischen und seelischen Problemen. Dazu kommt, dass sie häufig bei jungen Menschen in einer Entwicklungsphase auftritt, in der dem Aussehen meist besondere Bedeutung beigemessen wird. Aus diesem Grund kann auch psychologische Unterstützung angeraten sein, zumal Stress und psychische Faktoren in bisher nicht bekanntem Ausmaß die Entwicklung der Akne beeinflussen können.

Ursachen

  • Entzündung der Poren durch Bakterien (Propionibacterium acnes )
  • Hormonale Aktivität, insbesondere Testosteron, seltener durch die "Pille"
  • Verstärkte Talgproduktion
  • Abgestorbene Hautzellen
  • Hautirritationen wie Kratzen, Reiben, Drücken und übertriebenes Waschen
  • Anabolische Steroide
  • Dioxine, Schwermetalle
  • Stress, psychosomatische Ursachen

Behandlung

Schulmedizin

Akne kann mit innerlicher und/oder äußerlicher Anwendung von Antibiotika, mittels Schälkuren und (bei Frauen) Hormonen behandelt werden. Dermatologische Beratung ist, außer in ganz leichten Fällen, anzuraten. Auch verbliebene Aknenarben können nach Abheilen der akuten Akne behandelt werden. In schweren Fällen stehen Isotretinoine (beispielsweise Roaccutan, Aknenormin) zur Verfügung, die dauerhaft die Talgbildung unterdrücken, allerdings starke Nebenwirkungen verursachen. So muss eine Schwangerschaft in jedem Fall ausgeschlossen sein, da das Ungeborene missgebildet würde. Weil das Auftreten der Akne nichts mit der persönlichen Hygiene zu tun hat, verbessert ständiges Waschen das Hautbild nicht. Im Gegenteil, dadurch wird die Talgproduktion angekurbelt, sodass sich die Krankheit verschlechtert. Daher sollten Betroffene sich nur maximal zweimal täglich mit einem seifenfreien, vorzugsweise leicht saurem (pH-Wert 5,5) Reinigungsmittel waschen. So wird auch sichergestellt, dass der Säureschutzmantel der Haut beim Waschen nicht zerstört wird und Krankheitserreger neue Entzündungen hervorrufen. Nahrung hat vermutlich keinen Einfluss auf die Hautkrankheit. Betroffene müssen nicht auf bestimmte Lebensmittel verzichten.

Alternativmedizin

In der Alternativmedizin wird neben einer symptomatischen Behandlung, bei der auf Naturheilmittel (unter anderem Homöopatie, Phytopharmaka, Aromatherapie (beispielsweise Teebaumöl, Eukalyptus, Rosmarin), Grapefruitkernextrakt, Eigenurintherapie, Schwarzkümmelöl) zurückgegriffen wird, auch eine ursächliche Behandlung angestrebt. Dies bedeutet unter anderem eine Entgiftung, Entsäuerung und auch die Behandlung möglicher psychischer Ursachen.

Weblinks

Chlorakne

nach oben

Die Chlorakne (auch: Chlorarylakne ) ist neben der Ölakne eine chronische, schwere Hautkrankheit.

Sie wird ausgelöst durch chlorierte Kohlenwasserstoffe (zum Beispiele Chlornaphthaline, Chlorphenol/Pentachlorphenol, Dioxine und Furane). Bei direktem Hautkontakt, oral oder inhaliert können diese zu schwersten Chlorakne-Symptomen führen.

Die Krankheit tritt besonders im Gesicht und an Körperregionen auf, die besonders häufig mit Chlor beziehungsweise Chlorverbindungen in Kontakt treten.

Die Symptomatik ist gekennzeichnet in Form von follikulären Hyperkeratosen, also Verdickungen der Hornschicht in den Haarbalgen, in Komedonen (Mitesser) oder auch in Knoten, Abszessen oder Zysten, die im chronischen Verlauf zu entstellenden Narben führen. Neben Hautveränderungen können auch die inneren Organe und das zentrale Nervensystem beteiligt sein.

Die Chlorakne tritt vorwiegend bei Arbeitern der Elektro- und Chemieindustrie auf (die sogenannte Pernakrankheit), beim Umgang mit Holzschutzmitteln (Pentachlorphenol) und nach technischen Störfällen. Auch Chemieunfälle können Auslöser für eine Chlorakne sein.

Eine Chlorakne muss als chronische Erkrankung angesehen werden, da sie meist, wenn überhaupt, oft erst nach Jahren geheilt ist. Die Behandlung der Chlorakne ähnelt der Therapie bei einer normalen Akne, u.a. mit der Gabe von Vitamin A (Retinoide), bei entzündlichen Prozessen mit antientzündlichen Mitteln und später mit einer Kältetherapie. Auch plastische Verfahren, wie eine Dermabrasio (Hautabtragung) oder ein Peeling werden zur Behandlung verwendet. Das Auftreten einer Chlorakne ist an wesentlich höhere Chlor-Konzentrationen gebunden, als sie zum Beispiel in Schwimmbädern vorhanden sind. Aber es ist davon auszugehen, dass es auf Grund des Chlors in Schwimmbädern zu allergischen Reaktionen kommen kann, die sich aber in aller Regel nach Verlassen des Wassers und gegebenenfalls einer chlorfreien Dusche sehr schnell zurück bilden.

Lichen

nach oben

Lichen (Knötchenflechte) ist eine Bezeichnung für diverse Hautausschläge, die mit der Bildung kleiner Hautknötchen (Papeln) einhergehen .

Einige Formen sind:

  • Lichen pilaris (Hornknötchenflechte)
  • Lichen ruber planus (flache Knötchenflechte)

Neurodermitis

nach oben

Die Neurodermitis ist eine sich hauptsächlich als Hautkrankheit äußernde Erkrankung, die sich durch rote, schuppende, manchmal auch nässende Ekzeme bemerkbar macht. Weitere geläufige Bezeichnungen für die Neurodermitis sind: atopisches Ekzem , atopische Dermatitis und endogenes Ekzem . Sie tritt in der Regel das erste Mal bei Kleinkindern auf, aber auch Jugendliche und Erwachsene können noch an Neurodermitis erkranken. Bei Säuglingen kann das Auftreten von Milchschorf ein frühes Symptom einer Neurodermitis sein. Jedoch erkranken nicht alle Kinder mit Milchschorf später an Neurodermitis.

Die Neurodermitis gilt als nicht heilbar, sie ist jedoch gut behandelbar. Zudem verschwinden bei den meisten betroffenen Kindern die Symptome mit dem Älterwerden. Von den ursprünglich Betroffenen sind im Erwachsenenalter etwa 70% beschwerdefrei. Die Neurodermitis wird immer häufiger beobachtet. Ob es sich dabei jedoch tatsächlich um eine Zunahme des Auftretens der Krankheit handelt oder ob die Neurodermitis heute häufiger diagnostiziert wird, weil sich die Wahrnehmung der Betroffenen und die der Ärzte verändert hat, ist umstritten.

Der Begriff Neurodermitis stammt aus dem 19ten Jahrhundert. Damals ging man davon aus, dass die Ursache der Hauterkrankung eine Nervenentzündung ist. Später wurde diese Ansicht widerlegt, der Begriff ist jedoch geblieben. Heute wird aber häufiger von der atopischen Dermatitis bzw. vom atopischen Ekzem gesprochen.

Der Name atopisches Ekzem macht deutlich, dass die Neurodermitis nur schwer einzugrenzen ist. Übersetzt bedeutet der Begriff lediglich "krankhaft veränderte Haut". Entsprechend vielfältig sind die Erklärungsversuche der Wissenschaftler und Ärzte und auch das Erscheinungsbild der Erkrankung.

Das Hauptproblem für die Betroffenen ist der starke Juckreiz. Auch die soziale Komponente kann gravierend sein, da die Erkrankung oft auch im sichtbaren Bereich z.B. an Händen und im Gesicht auftritt. Da der Juckreiz zu den stärksten Reizen des Menschen gehört und dieser besonders nachts stark ist, kommt es oft zum Schlafdefizit insbesondere bei Eltern betroffener Kinder.

Ein Teil der Patienten mit Neurodermitis leiden zusätzlich unter Allergien, so z. B. besonders Staub aller Art (insbesondere Hausstaub durch darin enthaltene Ausscheidungen der Hausstaubmilbe), Pollenunverträglichkeiten oder Tierhaar - bzw. Federallergien. Allergien beeinflussen das Krankheitsbild der Neurodermitis meist negativ.

Die Erkrankung tritt meist in Schüben von unterschiedlicher Dauer und Stärke auf. Die Krankheitsschübe treten häufig ohne direkt erkennbaren Grund auf. Genauso häufig enden sie, ohne dass man einen direkten Auslöser (z.B. eine bestimmte Behandlung) hierfür erkennen kann. Hierdurch entsteht oft eine große Unsicherheit über die letztlich erfolgreiche Behandlungsmethode.

Neurodermitis wird schulmedizinisch zwar von den Allergien abgegrenzt, weist aber zum Teil die gleichen Symptome wie gängige Allergien auf. Versteht man unter Allergie eine vom Normalen abweichende Reaktion auf bestimmte Einflüsse, kann Neurodermitis durchaus als Allergie bezeichnet werden.

Ursache

Die Ursachen der Neurodermitis sind bislang nicht eindeutig geklärt. Es wird davon ausgegangen, dass die Betroffenen aufgrund genetischer Veranlagung stärker auf bestimmte Einflüsse reagieren als andere.

Bei einem Teil der Betroffenen konnte auch ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Neurodermitis und einer Nahrungsmittel- oder Tierhaarallergie beobachtet werden.

Deutliche Hinweise bestehen auch auf eine Miteinbeziehung des vegetativen Nervensystems (welches die nicht bewusst steuerbaren Funktionen, wie Verdauung, Herzschlag etc. reguliert). Dieser Aspekt erklärt u .a., warum Betroffene bei Stress zu Ausschlagsschüben oder Verdauungsproblemen neigen.

Die Ursache der trockenen Haut besteht in der fehlerhaften Codierung eines Enzyms aufgrund eines Gendefektes. Um die Haut geschmeidig zu halten, produziert der gesunde Körper Hautfett. Dieses Hautfett besteht u.a. aus Gamma-Linolensäure. Um dies herzustellen, benötigt der Körper mit der Nahrung aufgenommene Linolsäure. Für die Umwandlung von Linolsäure in Gamma-Linolensäure wird ein Enzym benötigt. Bei Neurodermitikern ist die Gensequenz beschädigt, die für dieses Enzym codiert; infolgedessen kann der Patient nicht oder nur eingeschränkt Hautfett produzieren.

Ein nach außen hin scheinbares Zurückgehen der Symptome bei manchen Patienten kann darauf zurückzuführen sein, daß der Gendefekt nur in einem Teil der etwa 2 Bio. Körperzellen vorliegt und somit auch die weniger oder nicht beschädigten Genvarianten zum Einsatz kommen können. Es ist noch ungeklärt, mit welchen Mechanismen Proteinsynthese gesteuert wird, also wann und in welchem Ausmaß welche Gene gelesen und Proteine erstellt werden.

Zur Erklärung: Neurodermitis ist eine dominant vererbte Krankheit, d.h. wenn ein Elternteil gesunde Anlagen vererbt und der andere die Anlagen zur Erkrankung, so wird sich die Erkrankung mehr oder weniger stark durchsetzen.

Behandlung

Ebenso wie die Ursachen sind auch die angewandten Behandlungsformen sehr vielfältig. Insgesamt kann festgestellt werden, dass die Neurodermitis gut zu behandeln ist. Da offenbar unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen, sollte die parallele Anwendung in Betracht gezogen werden.

Voraussetzungen

Um Neurodermitis erfolgreich behandeln zu können, ist zunächst das Kratzen soweit wie möglich zu vermeiden. Für Kinder gibt es seit neuestem spezielle Schlafanzüge, die angenähte Fäustlinge und Füßlinge haben, damit sich sie während der Nacht nicht mehr blutig kratzen können. Alle weiteren Therapien können sonst nur bedingt helfen. Des Weiteren ist eine genaue (Selbst-) Beobachtung notwendig: wie reagiert der Körper auf bestimmte Lebensmittel, Stress, Umweltbedingungen, Reize, Genussmittel. Nur so lassen sich die besten Gegenmaßnahmen herausfinden. Die Suche nach den Ursachen und Behandlungsmethoden kann durch Literatur, Selbsthilfegruppen oder Schulungen ergänzt werden.

Symptome lindern

Gegen den Juckreiz werden diverse spezielle Salben und Crèmes angeboten.

Zur Linderung wird die Neurodermitis vielfach mit Kortison behandelt. Kortison hat jedoch eine Reihe von unerwünschten Nebenwirkungen, so dass es meist nur für kurze Zeit z.B. bei akuten Schüben angewandt wird. Zu diesen Nebenwirkungen zählen Hautverdünnung, Streifenbildung ähnlich Schwangerschaftsstreifen sowie partielle Unterdrückung des örtlichen Immunsystems. Bei langer Anwendung starker Präparate können sogar Nebenwirkungen auftreten, die den gesamten Organismus betreffen. Bei kurzzeitiger Anwendung gelten die Nebenwirkungen aber als unproblematisch. Die Kortisonpräparate wurden seit den 50er Jahren ständig weiterentwickelt, so dass mittlerweile die sogenannte 4. Generation von Kortisonwirkstoffen vorliegt. Diese Präparate (z.B. Advantan) haben bei hoher Wirksamkeit ein sehr viel geringeres Risiko von Nebenwirkungen als die alten Salben. Dies heißt jedoch nicht, dass die Medikamente ständig angewendet werden dürfen: Nebenwirkungsfrei sind auch die neuen Wirkstoffe keineswegs. Problematisch ist, dass die Hauterscheinungen nach Absetzen der Kortisoncremes häufig wieder auftreten, so dass die Betroffenen wieder mit Kortison behandeln.

Seit kurzem verfügbare Salben (z.B. Protopic, Elidel, Douglan) auf Basis eines Pilzes (Substanz: Tacrolimus bzw. Pimecrolimus) ermöglichen vielen Patienten eine Beschwerdefreiheit ohne Kortison. Somit kommt es hier nicht zu den bei Kortisonsalben gefürchteten Nebenwirkungen wie etwa Hautverdünnung oder Streifenbildung. Die neuen Medikamente wirken als sogenannte Calcineurinhemmer und unterdrücken das lokale Immunsystem der Haut, hemmen somit die Entzündung und lassen die Ekzeme abheilen. Sie wirken jedoch nicht bei allen Betroffenen. Sehr selten kommt es auch zu nicht unerheblichen Nebenwirkungen wie Hautinfektionen und Unverträglichkeitsreaktionen.

Bei einigen Betroffenen ist auch das Gel der Pflanze Aloe Vera hilfreich.

Reize meiden

Gerade kurzfristig und bei akuten Symptomen ist es notwendig, äußere Reize so weit es geht zu vermeiden. Dazu gehört neben der Meidung heißer und kalter Temperaturen, von Nässe oder Reibung auch das Tragen schonender Kleidung. Empfehlenswert sind reine Baumwolle und regelmäßiges Waschen mit nur wenig Waschmittel und ohne Weichspüler.

Tägliche Körperpflege

Der typische von Neurodermitis Betroffene hat eine trockene Haut, die einer entsprechenden Pflege bedarf. Hierzu gehört das nur kurze, lauwarme Duschen oder Baden. Einige Spritzer Sesamöl oder reines Schwarzkümmelöl (zur Einnahme oder zur Herstellung von Salben) im Badewasser können der Haut helfen, sich zu regenerieren. Harnstoffhaltige Präparate helfen oft ebenfalls. Das Abtrocknen sollte eher ein vorsichtiges Abtupfen der Haut sein, um reizende Reibungen zu vermeiden.

Stress vermeiden

Die Neurodermitis hat eine oft sehr wesentliche psychische Komponente, allerdings je nach Person auch nur untergeordnet. Allgemein wird Neurodermitikern empfohlen, Stress (positiven wie negativen, akuten wie latenten) zu vermeiden. Bei Kindern kann sehr oft eine Verschlechterung des Hautzustandes vor z. B. Weihnachten beobachtet werden.

Verzicht auf allergieauslösende Nahrungsmittel

Ein Teil der Personen mit Neurodermitis reagiert allergisch auf bestimmte Lebensmittel. Diese allergischen Reaktionen können die Hautsymptome verstärken. Die Stoffe auf die jemand allergisch reagiert decken ein sehr breites Spektrum ab. Bei kleinen Kindern sind Allergien auf Weizen und auf Kuhmilch nicht selten. Falls eine Nahrungsmittelallergie nachgewiesen wird, kann eine Ernährungsumstellung hier Linderung bringen.

Daneben kursieren bezüglich der Behandlung der Neurodermitis eine Vielzahl von Ernährungstipps und Diäten. Diese können im Einzelfall helfen, wegen der Heterogenität der Ursachen sollten sie aber nicht verallgemeinert werden. Prinzipiell muss jeder Betroffene selbst herausfinden, welche Nahrungsmittel für ihn persönlich verträglich sind und der Gesundheit abträgliche meiden.

Vor allem von Heilpraktikern werden zum Teil auch Ernährungsumstellungen und Diäten empfohlen. Dazu gehören z.B. eine schrittweise Umstellung der Ernährung auf eine Vollwertkost ohne Fleisch, Milch, Eier, Käse und Jogurt bis hin zur veganen Ernährung. Auch wird eine entsäuernde Ernährung angeraten (Übersäuerung). Diese soll im Zusammenhang mit der Vermeidung von Stress und anderen Reizen zum Nachlassen oder Verschwinden der Symptome führen. Einen unabhängigen wissenschaftlichen Beleg für die Wirksamkeit dieser Diäten gibt es jedoch nicht. Auch sollte eine grundlegende Ernährungsumstellung nur unter Begleitung eines Ernährungswissenschaftlers oder Ökotrophologen erfolgen, um Mangelerscheinungen zu vermeiden. Gerade bei Kindern besteht diese Gefahr durch mangelnde Akzeptanz der "neuen" Nahrungsmittel.

Verzicht auf andere Allergene

Da Nahrungsmittel nicht die einzigen allergieauslösenden Stoffe sind, sollten sich Betroffene einem Allergietest unterziehen, der ein breites Spektrum an Allergenen abdeckt (z.B. Kontaktallergien auf Produkte zur Körperpflege, Gummi, Hausstaub, Stoffe am Arbeitsplatz, etc.).

Häufig wird eine Unverträglichkeit von Tierhaaren oder Vogelfedern (auch im Bettzeug) beobachtet. Sofern Haustiere im Haushalt leben, sollte man abwägen, ob bei starker Allergie eine Trennung sinnvoll wäre oder alternativ verkürzte Putzintervalle, um die Haare oder Federn zu entfernen. Bettzeug, das für Allergiker geeignet ist, sollte unbedingt zum Einsatz kommen, wenn festgestellt wird, daß sich in der Matratze beispielsweise Pferdehaare befinden oder Federbetten benutzt werden.

Klimabehandlung

Zumindest zeitweise helfen oft auch Reisen ins Gebirge, dann auf die milbenfreie Höhe von 1000 m im Winter und 2000 m im Sommer, oder auch das Baden im Salzwasser, wegen der geringen Luftbelastung mit Allergenen bevorzugt an der Nordsse statt an der Ostsee.

Gegenden mit jodhaltiger Luft sind generell zu empfehlen.

Auch die Bestrahlung mit hochdosiertem UV-Licht kann, durch die entzündungshemmende Wirkung, zur Linderung führen und das zeitweilige Abheilen erlauben.

Komplementäre Therapieformen

Die so genannte Alternativmedizin hat einige Verfahren hervorgebracht (z.B. Akupunktur, Kinesiologie, Homöopathie). Einige weisen einen größeren Zeitaufwand des Behandlers für Gespräche auf als dies beim Kassenarzt üblich ist. Deshalb führen Kritiker dieser Verfahren ihren Effekt auf die psychisch entlastenden Gespräche zurück.

Weblinks

Hinweis: Zum Teil hängen die Site-Betreiber oder Verbände bestimmten Theorien oder Schulen über die Entstehung und Behandlung der Neurodermitis an. Deshalb wurden die Links kommentiert.

Schuppenflechte

nach oben

Schuppenflechte (lat.: Psoriasis von psaro , dem griechischen Wort für ich kratze ) ist eine Hautkrankheit, die sich nach außen hin im Wesentlichen durch einige stark schuppende, punktförmige bis handtellergroße Hautstellen (häufig an den Knien, Ellenbogen und der Kopfhaut) zeigt. Die Schuppenflechte ist eine Autoimmunkrankheit, die nicht nur die Haut betreffen kann. Bei etwa 5 bis 20% der Patienten kommt es auch zu einer Erkrankung der Gelenke (Gelenkschmerz), der so genannten Psoriasis-Arthritis. In diesem Fall sollte man neben dem Hautarzt noch einen Rheumatologen aufsuchen. Außerdem kann die Krankheit zu einer Veränderung der Finger- und Zehnägel führen.

Ursachen

Schuppenflechte ist erblich, aber definitiv nicht ansteckend. Es kann weder durch Körper- noch durch Sexualkontakt übertragen werden. Auch hat das Auftreten von Psoriasis nachweislich nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Etwa 2 - 3% der Bevölkerung sind von der Krankheit betroffen. Nicht bei allen kommt die Schuppenflechte zum Ausbruch, denn zu der Erbanlage müssen noch weitere, zumeist noch unbekannte Faktoren hinzukommen, dazu gehören Stress, Medikamentenverträglichkeiten (allergische Reaktionen) oder auch Verletzungen der Haut durch Reibung oder Sonnenbrand oder auch Stoffwechselstörungen.

Krankheitsbild

Die Haut eines gesunden Menschen erneuert sich innerhalb von 26 bis 27 Tagen. Bei der Schuppenflechte erneuert sich die Haut an einigen Stellen innerhalb von nur 6 bis 7 Tagen. Die überschüssigen Hautzellen sterben dabei ab und bilden an diesen Stellen glänzende, silbrige Schuppen, die auf einer darunter liegenden stark durchbluteten und daher roten Haut liegen. Dies ist die unterste Zellschicht der Oberhaut, die Grenze zur Bindegewebsschicht. Kann dieses dünne Häutchen abgelöst werden, gilt dies als sicheres Zeichen von Schuppenflechte. Die am häufigsten betroffenen Körperregionen sind die Ellenbogen, die Kniescheiben und die Kopfhaut unter den Haaren.

Verlauf

Meistens entwickelt sich die Schuppenflechte zum ersten Mal während der Pubertät. Bei älteren Patienten tritt sie oft ab dem 40. Lebensjahr zum ersten Mal auf. Bei jedem Patienten verläuft die Krankheit anders. So heilt sie bei einigen Patienten scheinbar aus und tritt nur einmal im Leben auf (bei rund 25% der Patienten), andere Patienten wechseln dafür zwischen Phasen mit stark betroffener Haut und Phasen ohne erkennbare Schuppenbildung hin und her. Vor allem im Frühling und Herbst kann es zu Krankheitsschüben kommen.

Behandlungsmöglichkeiten

  • Seit langer Zeit werden chronische Hautkrankheiten schon mit Steinkohlenteer behandelt. Er hemmt die Zellteilung und lindert den Juckreiz.
  • Eine ähnliche Wirkung haben Kortison-Salben. Wegen der Nebenwirkungen sollte man Kortison jedoch nur kurzzeitig und nur auf kleinen Hautpartien einsetzen, es eignet sich nicht zur Behandlung großflächiger Hautareale. Am besten geeignet sind Kortison-Salben noch für die Kopfhaut.
  • Eine Lichttherapie kann in der Praxis des Hautarztes oder, wenn man sich die entsprechenden Geräte angeschafft hat, zu Hause durchgeführt werden. Sich dem Sonnenlicht auszusetzen bringt jedoch nichts, denn zur Behandlung werden ganz bestimmte Wellen des Lichtes benötigt (UV-Strahlung).
  • Zwischen 60 und 90% der Patienten sprechen erfolgreich auf die Balneo-Phototherapie an. Dabei werden Bäder in salzhaltigem Wasser (einfaches Kochsalz oder auch Salz aus dem Toten Meer) und Lichttherapie kombiniert. Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt diese Art der Behandlung jedoch nur noch in Kliniken, nicht mehr beim niedergelassenen Arzt.
  • Viele Patienten sind nach einer Badekur (auf einer der Nordseeinseln oder auch am Toten Meer) für mehrere Jahre beschwerdefrei.

Geschichte

Eine schuppende Hautkrankheit, bei der es sich wahrscheinlich um Psoriasis handelte, wurde bereits vom griechischen Arzt Hippokrates (ca. 460 - 370 v. Chr.) beschrieben. Der Begriff Psoriasis wurde zum ersten Mal vom Arzt Galen verwandt, der damit eine Schuppenbildung im Augen- und Hodenbereich umschrieb. Bei dieser handelte es sich jedoch dem heutigen Forschungsstand nach vermutlich um Ekzeme. Lange Zeit wurde Psoriasis nicht von der durch Milben verursachten Krätze (Skabies) unterschieden. Vermutlich wurde Psoriasis auch häufig mit Lepra verwechselt; es wird angenommen, dass viele der im Mittelalter verfolgten und zum Teil sogar verbrannten "Aussätzigen" nicht unter Lepra, sondern unter Schuppenflechte litten.

Weblinks

Seborrhoische Dermatitis

Seborrhoische Dermatitis bezeichnet einen Hautausschlag (Ekzem), das infolge einer allergischen Reaktion des Körpers auf den eigenen Talg - insbesondere im Bereich der Nase, des Kinns, der Augenbrauen, der Augenlider, der Haut um die Ohren und des Brustbeins auftritt. Andere Bereiche des Körpers können ebenfalls Ekzeme aufweisen.

Die Behandlung mit cortisonhaltigen Salben ist zwar wirkungsvoll, wird aber aufgrund ihrer schädlichen Nebenwirkungen nicht empfohlen. Es stehen jedoch Cremes gegen Pilzbefall zur Verfügung, die bei ausgeprägten Symptomen wie Rötungen, Abschuppung, Nässen und Juckreiz heilend wirken. Regelmäßige Reinigung der betroffenen Stellen mit Wasser und PH-neutraler Seife, sanftes Peeling (z.B. mit einem Waschlappen) sowie die anschließende Verwendung von Feuchtigkeitscremes können die Beschwerden eindämmen und mildern.

Windpocken

nach oben

Die Windpocken - auch als Wasserpocken oder Feuchtblattern bezeichnet; ICD-10-Kode B01 - sind eine durch das Varicella-Zoster-Virus ausgelöste Tröpfcheninfektion. Der Name Windpocken kommt von der hohen Ansteckungsfähigkeit dieser Viren, die auch über einige Meter in der Luft übertragen werden. Die Erkrankung führt in der Regel zu einer lebenslangen Immunität. Deshalb und aufgrund der hohen Kontagiosität sowie einem in Europa fehlenden Impfprogramm sind überwiegend Kinder im Vorschulalter betroffen. Eine Impfung ist möglich, eine Mehrfachimpfung (Masern-Mumps-Röteln-Windpocken) ist in Vorbereitung. Die Impfung wird neuerdings von der Stiko (Ständige Impfkommission) empfohlen.

Symptome

Nach einer Inkubationszeit von 10 bis 21 (meist 14-17) Tagen kann es zum Auftreten von leichtem und kurzanhaltendem Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen kommen, dem tags darauf im Bereich des Rumpfes und Gesichtes, typischerweise aber auch des behaarten Kopfes, erst später an den Gliedmaßen bis zu linsengroße, manchmal juckende rote Flecken bzw. später Knötchen folgen, in deren Zentrum sich innerhalb von Stunden bis maximal reiskorngroße Bläschen bilden können. Diese können gedellt sein und entwickeln sich in weiterer Folge rasch zu Pusteln. Seltener können auch die Schleimhäute im Bereich des Mundes, hier v.a. am Gaumen als gelblich belegte Erosionen sichtbar, der Nase, der Augen, sowie die Haut der Genitalien und des Afters betroffen sein. Die Bläschen platzen schließlich und es bildet sich eine hellbraune Kruste.

Da die Läsionen nicht gleichzeitig entstehen, findet sich zu einem gegebene Zeitpunkt eine vielgestaltigen Ausprägung der Hauterscheinungen, sodass oft von einem Bild ähnlich einem "Sternenhimmel" gesprochen wird, was oft eine Blickdiagnose ermöglicht.

Komplikationen

Der Krankheitsverlauf ist meist gutartig. Die Krusten fallen ohne Narbenbildung ab, sofern darauf geachtet wird, dass das Kind nicht kratzt und damit eine bakterielle Superinfektion mit Streptokokken oder Staphylokokken herbeiführt.

Selten kann es zu einer Leber- oder Gelenksbeteiligung, sehr selten zu einer Lungenentzündung oder den gefürchtetsten Komplikationen, einer Enzephalitis oder Meningitis - also einer Beteiligung des Gehirns und der Hirnhäute - kommen. Bei einer Beteiligung des Kleinhirns kommt es meist nur zu einer vorübergehenden zerebellären Ataxie, die während der Heilungsphase der Erkrankung oder noch später auftritt.

Windpocken in der Schwangerschaft können eine ernste Gefährdung des Embryos bedeuten (besonders im ersten und zweiten Trimenon, 13. bis 20. Woche). Rund um den Geburtstermin (ca. 5 Tage vor und 2 Tage nach der Geburt) kann es beim Neugeborenen, besonders wenn es nicht behandelt wird, zu ernsteren Komplikationen kommen. Daher sollten sich Frauen mit Kinderwunsch, die sich nicht sicher sind, ob sie die Windpocken schon hatten, beim Frauenarzt auf Antikörper untersuchen und gegebenenfalls impfen lassen. In diesem Fall sollte allerdings etwa drei Monate mit einer Schwangerschaft gewartet werden, um eine Schädigung des Kindes auszuschließen.

Therapie

Die Behandlung beschränkt sich meist auf die Linderung eines bestehenden Juckreizes, indem kühle und feuchte Kompressen aufgelegt oder - besser - adstringierende Emulsionen aufgetragen werden. Die Fingernägel des Kindes sollten geschnitten werden, um die Gefahr der Entwicklung einer bakteriellen Superinfektion zu minimieren.

Ein bestehendes Fieber sollte, wenn überhaupt, nicht mit Acetylsalicylsäure (Aspirin®), sondern mit Paracetamol (Ben-u-ron®) behandelt werden, da Acetylsalicylsäure bei viralen Infektionen mit der Entstehung eines Reye-Syndroms in Zusammenhang gebracht wird.

Aciclovir oder Vidarabin soll die Symptome bei Kindern älter als zwei Jahren minimieren helfen, sofern es innerhalb 24 Stunden eingenommen wird. Bei einer bestehenden Immunschwäche sollte eines dieser Medikamente ebenfalls verabreicht werden.

Kontagiosität

Windpocken sind schon zwei Tage vor Auftreten des Hautausschlags ansteckend und bleiben dies, bis die Kruste des letzten Bläschens abfällt. Als weitere Faustregel gilt, dass eine Ansteckungsfähigkeit für 7-10 Tage nach Bildung der ersten Bläschen besteht - was für den Fall eines abgeschwächten Verlaufs mit verkürzter Krankheitsdauer von Bedeutung sein kann. Da die Erreger an der Luft nur für ca. zehn Minuten überlebensfähig sind, ist eine Übertragung durch Kleidung oder Spielzeug nicht zu befürchten.

Gürtelrose als Zweiterkrankung

Menschen, die in ihrer Kindheit an Windpocken erkrankt waren, können später im Erwachsenenalter an der Gürtelrose erkranken. Die Ursache sind nach der Erkrankung im Körper verbliebene Varicella-Zoster-Viren, die entlang sensibler Nervenfasern in die Spinalganglien wandern und dort latent verbleiben. Bei einem geschwächten Immunsystem können nun diese Viren reaktiviert werden und eine Gürtelrose im Versorgungsgebiet der betroffenen Nerven verursachen.

Weblinks


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Haut aus der freien Enzyklopädie Wikipedia  und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation .
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar, dort kann man den Artikel bearbeiten .

Bitte beachten Sie auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen !

Spezialgebiete
Angebote
Anzeigen