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Magen und Darm

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Magen
Darm

Magen

Der Magen (griech. Gaster, lat. Ventrikulus ) ist das Verdauungsorgan aller tierischen Lebewesen. Die primitivste Form findet man bei den Polypen, dort ist der Magen auch Ausscheidungsorgan. Ein Magen ist ein Hohlraum aus Muskelgewebe, der innen mit einer Schleimhaut ausgekleidet ist. In diesem Hohlraum wird der Nahrungsbrei mit dem Magensaft vermengt, der im Wesentlichen aus dem eiweißspaltenden Enzym Pepsin und Salzsäure besteht. Im Ruhezustand sondern die Drüsen etwa 10 ml Magensaft pro Stunde ab. Bei Nahrungsaufnahme kann die Bildung von Magensaft auf bis zu 1000 ml pro Stunde beschleunigt werden. Die Bildung wird sowohl durch Nerven-Impulse (vor allem vor der Nahrungsaufnahme) als auch durch Hormone gesteuert. Durch Muskelkontraktion (Peristaltik) wird der Nahrungsbrei weiter zum Pförtner transportiert. Dieser bildet einen Verschluss zwischen Magen und Darm. Er öffnet sich regelmäßig, um den Nahrungsbrei gleichmäßig in den Zwölffingerdarm weiterzuleiten.

Vorverdauung

oder spezieller im Der Magen dient der Vorverdauung. Die eigentliche Verdauung (Resorption) findet bei den meisten Tieren und beim Menschen im DarmDünndarm statt. Im Magen werden vor allem die Proteine (Eiweiße) in ihre Bestandteile zerlegt. Fette passieren den Magen größtenteils ungehindert, da nur geringe Mengen an Lipasen gebildet werden. Im Magen werden Feststoffe verflüssigt und damit bereit für die weitere Verdauung gemacht.

Abtöten von Bakterien

Der saure Magensaft verhindert effektiv das Überleben der meisten Bakterien. Eine Ausnahme stellt allerdings das Bakterium Helicobacter pylori dar da es in der Lage ist, sich unterhalb der schützenden Schleimschicht anzusiedeln.

Regelmäßige weitere Verdauung

Der Magen ermöglicht es, dass wir mit wenigen größeren Mahlzeiten pro Tag auskommen. Der Pförtner sorgt dafür, dass alle Stoffe genügend lange im Magen verbleiben und ausreichend mit den Verdauungssäften versetzt werden. Diese werden dann langsam und gleichmäßig dem Darm zugeführt.

Magenerkrankung

Der Magen als Ort der Vorverdauung der Speisen kann von verschiedenen Krankheiten betroffen sein. Es wird behauptet, dass im Laufe des Lebens über 50% der Bevölkerung mindestens einmal eine Magenerkrankung bekommen. Die wichtigsten Erkrankungen des Magen sind:

Liste der Erkrankungen des Magens

  • Magenblutungen aus verschiedenen Ursachen
  • Refluxerkrankung
  • Entzündungen der Magenschleimhaut (Gastritis )
    • A-Gastritis = atrophische Gastritis
    • B-Gastritis = bakterielle Gastritis durch Helicobakter pylorii
    • C-Gastritis = chemische Gastritis durch Diclofenac oder Acetylsalizylsäure
    • Stauungsgastritis bei schwerer Rechtsherzinsuffizienz
  • Peptisches Ulcus des Magens (Magengeschwür )
  • gutartige Tumoren des Magens
  • Magenkrebs (Karzinom ))
  • Alkoholfolgeerkrankungen
    • C-Gastritis
    • Fundusvarizen bei Leberzirrhose
    • Ulzera
  • seltene Erkrankungen

Untersuchungsmethoden

Die ergiebigste Untersuchungsmethode des Magens ist die Gastroskopie (Magenspiegelung). Bei der Magenspiegelung wird oft ein HUT-Test zum Nachweis einer Helicobakter Besiedlung entnommen. Außerdem sind gezielte Biospien zur histologischen Untersuchung leicht möglich. Die Röntgenuntersuchung des Magens, die vor dem Aufkommen der Gastroskopie betrieben wurde, wird heute nicht mehr routinemäßig durchgeführt, da sie sehr unsichere Ergebnisse produziert. Die Ultraschalluntersuchung des Magens ist leicht möglich, liefert aber nur selten brauchbare Ergebnisse, wie zum Beispiel eine Magenausgangsstenose oder eine auffällige irreguläre Wandverdickung. Beim Ultraschall ist der Magenausgang recht gut, andere Teile wie z.B. die Cardia kaum beurteilbar. Eine Computertomographie des Magens ist ebenfalls nur in Ausnahmefällen sinnvoll. Zur Bestimmung von Helicobacter-Bakterien wird zunehmend ein Atemgastest durchgeführt.

Refluxerkrankung

Fast jeder zweite Deutsche leidet an Sodbrennen. Treten die Beschwerden nur gelegentlich auf, muss man sich in der Regel keine allzu großen Sorgen machen. Manchmal kann sich hinter dem Sodbrennen jedoch auch die „Refluxkrankheit“ verbergen. In Anlehnung an ihre englische Bezeichnung (Gastro Esophageale Reflux Disease) wird sie oft einfach GERD genannt. Der andauernde „Reflux“ (=zurückschwappen) von saurem Magensaft in die Speiseröhre verätzt deren empfindliche Schleimhaut, führt zur Speiseröhrenentzündung und kann dem Speiseröhrenkrebs Vorschub leisten. Zur Therapie der Refluxerkrankung gilt heute als Standard die regelmäßige Einnahme von Medikamenten aus der Gruppe der Protonenpumpenhemmer.

Entzündung der Magenschleimhaut - Gastritis -

Es werden nach dem zeitlichen Verlauf zwei Arten der Gastritis unterschieden: die akute und die chronische Gastritis. Die chronische Gastritis besteht jahrelang und macht dem Patienten keine Beschwerden. Ein chronischer Entzündungsprozess führt zu Veränderungen der Schleimhaut und damit zu Veränderungen in der Arbeit des Magens. Die akute Gastritis kann plötzlich und heftig verlaufen. Es treten Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl sowie allgemeine Schwäche und Appetitlosigkeit auf. Auffällig kann das Auftreten von Mundgeruch sein. Auch bei dieser Krankheit werden Protonenpumpenhemmer zur Behandlung eingesetzt.

Peptisches Ulcus - Magengeschwür -

Geschwür in der Magenschleimhaut, das die gesamte Magenwand durchdringen und zur Magenperforation führen kann. Ein Ulkus entsteht durch den Angriff der Magensäure auf die z.B. durch eine Helicobacter-pylori-Infektion vorgeschädigte Magenschleimhaut. Die Behandlung des unkomplizierten Ulcus ist heute die so genannte Eradikationstherapie. Die blutenden Magengeschwüre werden in der Regel mittels Gastroskopie behandelt. Nur komplizierte Geschwüre, beziehungsweise Geschwüre, die die Magenwand durchbrechen, müssen mittels Operation behandelt werden.

Magenkarzinom

Als Risikofaktoren sind bestimmte Ernährungsgewohnheiten, chronische Gastritis, Zigarettenrauch und Alkoholkonsum identifiziert. Das Risiko an Magenkrebs zu erkranken ist bei erblicher Belastung erhöht (was vermutlich mit der erblichen Übertragung des Bakteriums Helicobacter pylori zusammenhängt) - es besteht ein 3,7 fach erhöhtes Risiko für Verwandte ersten Grades. Menschen mit der Blutgruppe A sind häufiger betroffen. Die Ursache ist unbekannt. Die Therapie des Magenkarzinoms ist zur Zeit hauptsächlich operativ.

Alkoholfolgeerkrankungen

Als Folge des Alkoholismus entstehen Veränderungen der Magenschleimhaut, portale Gastropathie genannt. Als Folge der Leberveränderungen kommt es zu Veränderungen der Magenvenen (=Varizen). Sie vergrößern sich und werden als "Fundusvarizen" (siehe Magen-Fundus) bezeichnet. Die Therapie hier ist die Alkoholabstinenz und die Gabe von Betablockern.

Raumforderungen

Als Raumforderungen werden gutartige Geschwulste der Magenwand beziehungsweise Magenschleimhaut benannt. Die häufigsten sind so genannte Korpusdrüsenzysten und hyperplastische Polypen. Diese sind in der Regel gutartig und werden belassen. Allerdings müssen diese Geschwulste ab einer bestimmten Größe endoskopisch abgetragen werden. Zur Zeit besteht die Empfehlung zur Entfernung für alle Raumforderungen über 2 cm Durchmesser, da man sich nie sicher sein kann, ob doch nicht bösartiges Gewebe in den großen Geschwulsten sich entwickelt haben könnte.

Seltene Befunde

Unter seltenen Befunde werden alle oben nicht beschriebene Befunde zusammengefasst. Als ein Beispiel seien die Angiodysplasien genannt. Es handelt sich um eine Gruppe von Auffälligkeiten der Gefäße im Magen, die im Rahmen von angeborenen (Morbus Osler) oder erworbenen Krankheiten Niereninsuffizienz auftreten können.

Darm

Ein Darm dient bei höheren vielzelligen Tieren einschließlich des Menschen der extrazellulären Verdauung der aufgenommenen Nahrung. Im weiteren Sinne handelt es sich beim Darmkanal quasi um ein eingestülptes, vom Darmepithel umkleidetes Stück Außenwelt. Der Kanal beginnt mit der Mundöffnung, durchzieht den Körper, ist oftmals in unterschiedliche Abschnitte unterteilt und endet mit der Afteröffnung.

Der Darm ist der wichtigste Teil des menschlichen Verdauungstraktes. Im engeren Sinne erstreckt er sich nur vom Magenpförtner bis zum After. Die davor liegenden Abschnitte sind die Mundhöhle, die Speiseröhre und der Magen.

Der Darm ist unterteilt in den

  • Dünndarm, bestehend aus
    • Zwölffingerdarm (lat.: Duodenum ),
    • Leerdarm (lat.: Jejunum ) und
    • Krummdarm (lat.: Ileum ),
  • sowie den Dickdarm, bestehend aus
    • Wurmfortsatz (lat.: Appendix ),
    • Blinddarm (lat.: Caecum ),
    • Grimmdarm (lat.: Colon ) mit (aufsteigendem (Colon ascendens ), querverlaufendem (Transversum ) absteigendem (Colon descendens ) und S-förmig verlaufendem (Sigma ) Teil und
    • Mastdarm (lat.: Rectum ).

Der Dünndarm dient der Verdauung der Nahrung und der Aufnahme der chemisch zerlegten Nahrungsbruchstücke in die Blutbahn. Von dort gelangen diese Bruchstücke zunächst durch die Pfortader in die Leber, danach werden sie vom Blutkreislauf im ganzen Körper verteilt.

Im Dickdarm wird das Wasser, das in der Nahrung enthalten war oder durch die Verdauungssäfte entstanden ist, für den Organismus wieder eingezogen. Die unverdauliche Restmasse verlässt bei der Ausscheidung als Kot den After.

Krankheiten des Dünndarmes

  • Nahrungsmittelallergien (z.B. Sprue/Zöliakie (Gluten - Unverträglichkeit), Laktoseintoleranz, Weizenallergie)
  • Meckelsches Divertikel
  • Durchfall
  • Pilze (z.B. Candida albicans Candida albicans ist ein Hefepilz. Ist die Bakterienflora des Menschen gestört, so kann der Pilz überwuchern. In diesem Fall spricht man von einer Candidose oder auch Soor. Krankhaftes Überwuchern von Candida kann u.a. im Darm & am Darmausgang, in den Atmungsorganen, an den Schleimhäuten der Augen, an den Zähnen, im Harntrakt, im Genitalbereich, im Mund, an der Haut und im Nagelbereich auftreten.)
  • Parasiten
  • Morbus Crohn
    Der Morbus Crohn (Synonyme: M. Crohn, Enteritis regionalis Crohn, Ileitis terminalis, Enterocolitis regionalis, sklerosierende chronische Enteritis; engl.: Crohn's disease, regional enteritis) gehört zur Gruppe der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen . Es handelt sich um eine vermutlich autoagressive, chronisch-granulomatöse Entzündung, die im gesamten Magen-Darm-Trakt von der Mundhöhle bis zum After auftreten kann. Bevorzugt befallen sind Dünndarm (terminales Ileum ca. 40%) und Kolon, seltener Speiseröhre (Oesophagus) und Mund. Charakterisierend für Morbus Crohn ist der diskontinuierliche, segmentale Befall (sog. "skip lesions") der Darmschleimhaut.
    Der Name "Crohn" bezieht sich nicht auf den chronischen Verlauf der Krankheit, sondern auf den Magen- und Darmspezialisten Dr. Burrill Bernard Crohn, der das Krankheitsbild 1932 erstmals beschrieb.
  • Dünndarmileus

Krankheiten des Dickdarmes

Übersicht

  • Obstipation
  • Colon spastikum
  • Durchfall = Diarrhö
  • Divertikel
  • Blinddarmentzündung
  • Morbus Crohn
  • Colitis ulcerosa
  • Ischämische Colitis
  • Pseudomembranöse Colitis
  • Hämorrhoiden
  • Analfissur
  • Analfistel
  • Analabszeß
  • Polypen
  • Colon Carcinom
  • Rectum Carcinom
  • Analkarzinom
  • Pilze (z.B. Candida albicans)
  • Parasiten

            Kurze Beschreibung einiger Krankheiten des Dickdarms

  • Obstipation

    Die Obstipation ist in der Medizin die chronische Verstopfung . Ursächlich sind krankhafte Veränderungen des Darmes, Fehlernährung, mangelnde Flüssigkeitszufuhr, Stoffwechselstörungen und/oder Störungen des Mineralsalzhaushaltes des Körpers. Auch nach erfolgten Bauchoperationen kann es in Folge von Verwachsungen zu einem Passagehindernis des Stuhlgangs kommen. Eine andere Form der Obstipation ist das obstipations-prädominante Reizdarmsyndrom.

  • Durchfall = Diarrhö

Durchfall (medizinisch auch Diarrhoe genannt) ist die (oft auch gehäufte) Entleerung von breiigem bis flüssigem Stuhlgang, der je nach Ursache auch mit Schleim, Eiter oder Blut vermengt sein kann. Ein häufig auftretendes Symptom bei Durchfallerkrankungen ist die (zeitweise sehr heftige) explosionsartige und oft unerwartete Entleerung des Enddarms.
Erkrankt man auf einer Reise an Durchfall, spricht man auch von Montezumas Rache , benannt nach dem Aztekenherrscher Moctezuma II. (Montezuma).
Der mit dem Durchfall verbundene Flüssigkeitsverlust kann zu Austrocknung (Dehydratation ), der gleichzeitig einhergehende Elektrolytverlust (Verlust von wichtigen Ionen wie Natrium und Kalium und Magnesium) dagegen kann zu Krämpfen führen. Bei andauerndem Durchfall kann die Dehydration und der Elektrolytverlust zum Tode führen. Um der Austrocknung zu begegnen, muss viel Flüssigkeit, die mit Salz und Zucker angereichert ist, getrunken werden. Weltweit sterben jährlich mehr als 2 Millionen Kinder an Diarrhöen.
Die Ursachen des Durchfalls können harmlos bis gefährlich sein: Stress, Psychosomatik, falsche Ernährung, allergische Reaktion (Nahrungsmittelunverträglichkeiten) oder Gifte sowie Infektionen durch Bakterien, Viren, Pilze (z.B. Candida albicans ) oder Protozoen . Keime können zum Beispiel über rohe oder verdorbene Speisen, Eiswürfel, Trinkwasser, das Wasser im Schwimmbad oder im Meer sowie durch Tröpfcheninfektion aufgenommen werden.
Schwere Durchfallerkrankungen sind: Amöbenruhr, Cholera, Salmonellen, Typhus und Darmtuberkulose.
Der Durchfall wird je nach Schwere und Ursache behandelt, in leichten Fällen genügt ein Tablette mit dem Wirkstoff Loperamidhydrochlorid , sonst auch noch Kapseln mit dem Hefepilz Saccharomyces boulardii, Aktivkohle oder Heilerde und viel Flüssigkeit, Grapefruitkernextrakt, Diät oder Antibiotika (letzteres nur nach Konsultation eines Arztes).

Der Durchfall von Säuglingen ist als Säuglingsdyspepsie das Zeichen einer Ernährungsstörung und sollte sorgfältig beobachtet werden, da es schnell zu einem lebensbedrohlichen Zustand der Säuglinge kommen kann.

  • Divertikel und Divertikulitis

Divertikel bezeichnet in der Medizin eine Ausstülpung an Hohlorganen in Birnen- oder Sackform. Divertikel treten meist im Verdauungstrakt im Bereich zwischen der Speiseröhre (Oesophagus) und dem Grimmdarm (Colon), einem Teil des Dickdarms, sowie auch an der Harnblase auf.
Divertikel können angeboren oder erworben sein und werden nach ihren Formen unterschieden:

    • Echtes Divertikel : Bei einem echten Divertikel sind alle Wandschichten ausgestülpt.
    • Falsches Divertikel (Pseudodivertikel): Dabei sind einzelne Wandschichten, meist nur die Schleimhaut und die direkt darunter liegende Schicht, durch Lücken in der Muskulatur hindurch ausgestülpt (z.B. an Gefäßdurchtrittsstellen).
  • Blinddarmentzündung (lat.: Appendizitis )

Meist sind Schmerzen in der Gegend des Bauchnabels sowie in der Magengegend spürbar, jedoch verlagern sie sich innerhalb weniger Stunden in den rechten Unterbauch .
Des weiteren leiden die Patienten unter Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und auch oft unter Stuhlverhalt. Die Körpertemperatur kann auf bis zu 39°C ansteigen (Fieber) mit entsprechend beschleunigtem Puls (Tachykardie).
Durch eine Verlagerung des Wurmfortsatzes kann es bei Schwangeren zu Schmerzen im rechten Ober- bzw. Mittelbauch kommen. Bei älteren Patienten sind die Beschwerden nicht so deutlich ausgeprägt, d.h. die Symptome können nicht so leicht zugeordnet werden.

  • Morbus Crohn

    Der Morbus Crohn (Synonyme: M. Crohn, Enteritis regionalis Crohn, Ileitis terminalis, Enterocolitis regionalis, sklerosierende chronische Enteritis; engl.: Crohn's disease, regional enteritis) gehört zur Gruppe der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Es handelt sich um eine vermutlich autoagressive, chronisch-granulomatöse Entzündung, die im gesamten Magen-Darm-Trakt von der Mundhöhle bis zum After auftreten kann. Bevorzugt befallen sind Dünndarm (terminales Ileum ca. 40%) und Kolon, seltener Speiseröhre (Oesophagus) und Mund. Charakterisierend für Morbus Crohn ist der diskontinuierliche, segmentale Befall (sog. "skip lesions") der Darmschleimhaut.
    Der Name "Crohn" bezieht sich nicht auf den chronischen Verlauf der Krankheit, sondern auf den Magen- und Darmspezialisten Dr. Burrill Bernard Crohn, der das Krankheitsbild 1932 erstmals beschrieb.
    M. Crohn beginnt meist beim jungen Erwachsenen mit Müdigkeit, Gewichtsverlust, Schmerzen im rechten Unterbauch und (meist unblutigen) Durchfällen. Ebenfalls können Fieber, Anorexie, Übelkeit und Erbrechen entstehen. Eine Manifestation der Erkrankung ohne Durchfall ist auch möglich.

  • Colitis ulcerosa

    Die Colitis ulcerosa (engl. ulcerative colitis) gehört zu der Gruppe der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Sie ist durch einen entzündlichen Befall des Dickdarms oder des Rektums gekennzeichnet. Anders als beim Morbus Crohn breitet sich die Entzündung kontinuierlich vom Rektum beginnend aus.
    40 bis 80 von 100.000 Einwohnern leiden an Colitis ulcerosa, wobei es 3 bis 7 Neuerkrankungen pro Jahr und 100.000 Einwohnern gibt. Das typische Erkrankungsalter liegt zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr.
    Die Ursache der Erkrankung ist unbekannt. Ähnlich wie beim Morbus Crohn wird eine genetische Prädispositon auf Grund familiärer Häufungen angenommen. Als auslösende Faktoren kommen autoagressive Immunreaktionen, sowie Viren oder Bakterien in Betracht. Eine psychosomatische Komponente scheint eine Rolle zu spielen, auch wenn dies von einigen Gastroenterologen bestritten wird.
    Medikamente, die normalerweise bei der Behandlung von Colitis Ulcerosa verwendet werden, werden entweder oral, oder anal verabreicht, um die Entzündung zu reduzieren. Wenn der Zustand ernster ist, wird ein Krankenhaus-Aufenthalt nötig.
  • Hämorrhoiden

    Hämorrhoiden sind ein weit verbreitetes Phänomen, von dem Millionen Menschen betroffen sind. Häufig wird ärztlicherseits ein operativer Eingriff empfohlen.
    Im Falle einer Verstopfung verhärtet sich der Stuhl und das Rektum muss stärkeren Druck aufwenden, um ihn nach außen abzuführen. Dies kann ein Trauma im Rektum hervorrufen und eine Schwellung der Blutgefäße verursachen. Diese geschwollenen Gefäße werden als Hämorrhoiden bezeichnet. Hämorrhoiden an der Innenseite des Rektums heißen "innere Hämorrhoiden". Diese machen sich gewöhnlich als gelegentliches Bluten nach der Stuhlentleerung oder der Säuberung des Anus bemerkbar. Hämorrhoiden an der Außenseite des Rektums werden als "äußere Hämorrhoiden" bezeichnet. Sie können Blutung, Juckreiz, Unwohlsein und schwere Schmerzen verursachen. Schmerzen treten gewöhnlich dann auf, wenn Blut in den Gefäßen gerinnt. Dieser Zustand wird als thrombosierte Hämorrhoiden bezeichnet.
    Faserreiche Nahrung und milde Stuhlaufweicher können die Symptome zum Teil verbessern. Lauwarme Sitzbäder mehrmals am Tag können auch eine Linderung bewirken. Einige Salben können außerdem eine Besserung der Symptome zur Folge haben.

Es gibt viele Methoden, um Hämorrhoiden zu behandeln. Innere Hämorrhoiden können durch Gummibandunterbindung kuriert werden. Dabei wird ein enges Gummiband um die Hämorrhoiden gelegt. Dies verursacht für gewöhnlich keine Schmerzen. Eventuell werden für den Eingriff mehrere Sitzungen benötigt. Eine Anästhesie ist normalerweise nicht notwendig. Andere chirurgische Eingriffe können unter Lokal- oder Vollnarkose durchgeführt werden. Große äußere oder innere Hämorriden werden am besten chirurgisch behandelt, indem das Geflecht aus Venen und Schlagadern chirurgisch entfernt wird. Dabei wird resorbierbares Nahtmaterial verwendet, das sich nach einer Weile von selbst auflöst.

Einige Hämorrhoiden kann eine spezielle Flüssigkeit injiziert werden. Dadurch wird die Blutung gestoppt, und die Hämorriden schrumpfen. Leider kann bei keiner dieser Methoden garantiert werden, dass die Hämorrhoiden nicht wiederkommen. Darum ist es sehr wichtig, dass die Ess- und Stuhlgewohnheiten geändert werden, um zu verhindern, dass erneut Symptome auftreten.

Wenn nichtinvasive Behandlungen nicht zum Erfolg führen oder die Hämorrhoiden ernsthafte, langanhaltende Symptome verursachen, wird ein chirurgischer Eingriff empfohlen. Chirurgische Eingriffe an Hämorrhoiden sind sehr sicher und effektiv. Risiken und Komplikationen sind sehr selten. Es ist jedoch hilfreich über sie informiert zu sein, so dass sie im Falle ihres Auftretens schnell behandelt werden können.

  • Pilze (z.B. Candida albicans)

    Candida albicans ist ein Hefepilz. Ist die Bakterienflora des Menschen gestört, so kann der Pilz überwuchern. In diesem Fall spricht man von einer Candidose oder auch Soor. Krankhaftes Überwuchern von Candida kann u.a. im Darm & am Darmausgang, in den Atmungsorganen, an den Schleimhäuten der Augen, an den Zähnen, im Harntrakt, im Genitalbereich, im Mund, an der Haut und im Nagelbereich auftreten.
    Die Diagnose einer Darmmykose wird i.d.R. durch eine Stuhlprobe gestellt. Jedoch ist eine Stuhlprobe nur bedingt aussagekräftig, da auch ein Pilznest getroffen werden muss. Nicht selten sind Stuhlproben fälschlicherweise negativ. Andere Diagnosemöglichkeiten stellen die Elektroakupunktur nach Voll, die Kinesiologie, die Bioresonanztherapie oder auch Blutuntersuchungen (Dunkelfeld-Mikroskopie, Untersuchung auf Immunglobuline) dar.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Behandlung einer Darmmykose. I.d.R. besteht das Behandlungskonzept aus drei Bausteinen, nämlich

    • einer Anti-Candida-Diät (ohne Zucker und Auszugsmehl),
    • einem Anti-Pilz-Mittel (z.B. Nystatin oder Grapefruitkernextrakt) und
    • dem Darmaufbau von Dünn- und Dickdarm (via Bakterienpräparate wie Symbioflor 1 und 2, Bactisubtil, Mutaflor, Omniflora, Paidoflor)

Alternative Konzepte sind z.B. eine Pilzbehandlung mit homöopathischen Präparaten wie den Sanum-Produkten.

  • Parasiten

Parasitismus ist die Wechselwirkung von Organismen unterschiedlicher Arten, bei denen der Vertreter einer Art, der Parasit, Nutznießer und der Vertreter der anderen Art, der Wirt-, der Geschädigte ist.
Einige Parasiten sind Krankheitserreger des Menschen, die auch tödliche Krankheiten verursachen. Eine Auflistung ist unter Parasiten des Menschen zu finden.
Daher hat "Parasit" auch als Schimpf- und Hetzwort von 'rechts' eine Karriere gemacht (bis hin zur Rechtfertigung der Ermordung "unnützer Esser" im "Dritten Reich").

Untersuchungsmöglichkeiten des Darmes

  • Beschwerden erfragen
  • Abtasten und Abhören
  • Ultraschall
  • Colon Kontrasteinlauf
  • Dünndarmkontrastdarstellung
  • Coloskopie = Darmspiegelung
  • CT
  • Untersuchung des Stuhles auf Blut
  • mikrobiologische Stuhluntersuchung

Weblinks

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Darm


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