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LEXEVITA

Pilzerkrankungen

Alle Pilze sind für ihren Stoffwechsel auf die organischen Substanzen anderer Lebewesen angewiesen. Sie bilden die wichtigste Gruppe der am Abbau organischer Materie  beteiligten Lebewesen. Viele Pilzarten nutzen jedoch nicht totes, sondern lebendiges Material und werden dadurch zu Schädlingen. Als Pflanzenschädlinge rufen sie schwere Pflanzenkrankheiten hervor. Zu den Pflanzenschädlingen gehören viele Arten von Baumpilzen. Aber auch Tiere und Menschen werden von Pilzen nicht verschont.

Pilzerkrankungen bei Menschen nehmen in ihrer Vielfalt, Verbreitungsgebiet und Häufigkeit weltweit zu. Besonders einige Vertreter der Gattung Candida können dem Menschen mindestens ebenso gefährlich werden wie Bakterien und Viren. Allein in Deutschland sterben rund 9000 Menschen pro Jahr an den Folgen einer Pilzinfektion. In rund 85 Prozent aller Pilzinfektionen kann der Hefepilz Candida albicans als Ursache identifiziert werden.

Candida albicans ist ein Hefepilz. Ist die Bakterienflora des Menschen gestört, so kann der Pilz überwuchern. In diesem Fall spricht man von einer Candidose oder auch Soor. Krankhaftes Überwuchern von Candida kann beispielsweise im Darm oder am Darmausgang, in den Atmungsorganen, an den Schleimhäuten der Augen, an den Zähnen, im Harntrakt, im Genitalbereich, im Mund, an der Haut und im Nagelbereich auftreten.

Haupt-Befallregionen:
- Haut
- Harnwege
- Geschlechtsorgane
- Nägel
- Scheide
- Darm

Wie bei vielen Krankheiten verhält es sich auch bei Pilzinfektionen: Ist der Körper gesund und fit, kommt er mit Candida-Kontakten gut zurecht. Diese finden praktisch täglich und überall statt. Ist der Mensch aber psychisch oder physisch geschwächt, stimmen diverse Hormonspiegel nicht oder funktionieren Drüsen nicht ordnungsgemäß, dann versagen die körpereigenen Schutzmechanismen und Pilze beginnen sich einzunisten und im Körper zu vermehren.

Auch Medikamente wie Antibiotika, Immundepressiva, Schmerzmittel oder Kortison, sowie medizinische Behandlungen oder andere Einflüsse auf den Organismus können Pilzinfektionen begünstigen. Dazu gehören Operationen, Strahlen- und Chemotherapien, Hormonbehandlungen, Katheter, Kontaktlinsen, zahnärztliche Behandlungen, Zahnprothesen, Scheidenspülungen, tief in den Gehörgang gehende Ohr-"Pflege", Umweltgifte, berufsbedingten Belastungen, synthetische oder nach dem Kauf ungewaschen getragene Kleidung oder Fehl- und Mangelernährung.

Ansteckung

Haupt-Ansteckungsquellen:
- alle Arten von Geschlechtsverkehr
- intensives Küssen mit einer pilzinfizierten Person

Weitere Ansteckungsquellen:
- Angehustet oder angenießt zu werden
- Hygienemangel (Essen mit den Händen, ohne sich vorher die Hände gewaschen zu haben; siehe auch Fastfood-Problematik)
- Kaufhauskleidung, die beim Anprobieren mit der Haut in Kontakt kommt
- Krankenhäuser
- Saunen, Schwimmbäder und Whirlpools
- Toiletten
- Trinkgläser
- Urin- oder Fäkalienkontakt
- Zahnbürsten, wenn diese zu nahe im Glas zusammenstehen oder gemeinsam benutzt werden

Diagnose und Behandlung

Pilzerkranken sollten immer vom Arzt festgestellt werden, denn es können auch andere Ursachen für bestimmte Erscheinungsbilder vorliegen. Die folgenden Symptome können bei Pilzinfektion auftreten:
- Afterjucken
- Alkoholunverträglichkeit
- Blähungen und Darmgeräusche als Hinweise auf Gärungsprozesse im Darm
- Druckempfindlichkeit des Darms (von außen leicht selbst zu überprüfen)
- Durchfall oder Verstopfung; oder abwechselnd Durchfall und Verstopfung
- Erschöpfungszustände
- Mundaphten, Mundsoor
- psychische Probleme
- Sodbrennen
- Zahnfleischentzündung; Zahnprothesenprobleme (Infektionen, Druckstellen);
- weißlicher Zungenbelag
- Zwerchfellhochstand

Ob Pilzinfektionen andere Krankheiten wie zum Beispiel Arteriosklerose, Arthritis, Asthma, überhöhte Cholesterinwerte, Gicht, Herpes, Rheuma, chronische Müdigkeit, Allergien und andere Erkrankungen des Immunsystems, neurologische Erkrankungen nicht nur verschlimmern, sondern gar auslösen, ist noch nicht geklärt. Für die genaue Diagnose sind viele Fragen und Sachverhalte wichtig:
- Vorgeschichte des Patienten, Ortung eventueller Ansteckungsquellen
- Verlauf der Beschwerden (zunehmend, gleichbleibend, schwankend?)
- Antikörpertests
- Stuhl- bzw. Urinproben, Abstriche, Probenahmen (z.B. Finger- oder Zehnägel)

Die Diagnose einer Darmmykose kann durch eine Stuhlprobe festgestellt werden, jedoch ist diese nur bedingt aussagekräftig, da auch ein Pilznest getroffen werden muss. Nicht selten sind Stuhlproben fälschlicherweise negativ. Andere Diagnosemöglichkeiten stellen die Elektroakupunktur nach Voll, die Kinesiologie, die Bioresonanztherapie oder auch Blutuntersuchungen (Dunkelfeld-Mikroskopie, Untersuchung auf Immunglobuline) dar.

Für die Behandlung von Pilzerkrankungen, ist es wichtig, möglichst nur den Pilz zu schädigen und nicht den Menschen. Nur so können Nebenwirkungen gering gehalten werden. Eine direkte Schädigung des Pilzes ist möglich, weil dessen Zellwand einen Stoff produziert, der beim Menschen nicht vorkommt, das Ergosterin . Er weist Ähnlichkeiten zum menschlichen Cholesterol auf und ist für den Pilz lebensnotwendig. Stört man also die Biosynthese des Ergosterins, kann man den Pilz töten, ohne gleich den Menschen mit zu töten.

Die Biosynthese des Ergosterins läuft in verschiedenen Schritten ab, die durch Enzyme, die der Pilz produziert, gefördert werden. Diese Enzyme kann man hemmen, dann findet die Synthese des Ergosterins nicht statt. Jeder Schritt der Herstellung wird von einem anderen Enzym gesteuert. Deshalb gibt es so viele Klassen von Antimykotika , denn jeder einzelne Schritt führt zur Hemmung der ganzen Synthese. Diese Vielzahl von Arzneistoffen ermöglicht also auch eine gezielte Therapie der Erkrankung, denn jede Pilzart hat ihre individuellen Eigenschaften und ist vielleicht nur an bestimmten Punkten angreifbar. Außerdem kann man noch die Zellmembran des Pilzes "durchlöchern", so dass der Pilz sich nicht mehr gegen seine Umwelt schützen kann und stirbt.

Ein anderer Stoff, der vom Pilz produziert wird und beim Menschen nicht vorkommt, ist das Chitin . Chitin findet man auch in der Zellwand des Pilzes. Wenn man also die Produktion von Chitin herabsetzt oder zum Erliegen bringt, kann man den Pilz damit töten.

Schließlich kann man noch die DNA-Synthese des Pilzes hemmen oder den Pilz durch Bildung von reaktiven Sauerstoffverbindungen schädigen.

Welches Antimykotikum man letztlich  verwendet, ist abhängig von der Art des Pilzes und von der Gefährlichkeit der Infektion. Pilzerkrankungen, die den ganzen Körper betreffen, sogenannte systemische Mykosen , sind gefährlicher als Pilzerkrankungen, die nur einen kleinen Teil des Körpers erfassen, deshalb kann man bei systemischen Mykosen mehr Nebenwirkungen in Kauf nehmen als bei "einfachem" Fußpilz

Naturheilmethoden sollten nur ergänzend und unterstützend eingesetzt werden. Selbstbehandlungsversuche wie Fastenkuren, um den Pilz "auszuhungern" können insofern fatal sein, als sie möglicherweise gerade dadurch den Pilz anregen, sich auszubreiten. "Nahrungsknappheit" veranlasst Pilze nämlich, Ausläufer zu bilden und in das Gewebe tiefer vorzudringen. Wichtig ist eher eine begleitende Ernährungsumstellung auf eine gesunde pilzfeindliche Ernährung.

Quellen:
http://www.candida-info.de/ , http://www.candida.de , http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/ll_mykol.htm

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