JOURNAL
LEXEVITA

Rheuma

Unter dem Begriff Rheuma sind alle Erkrankungen des Bewegungsapparates, die nicht durch Verletzungen oder Tumoren hervorgerufen sind, zusammengefasst. So werden heute über 400 Krankheiten den Rheumatischen Erkrankungen zugeordnet.

Es wird zwischen 4 großen Hauptgruppen unterschieden:

  • Arthritis:
    Unter einer Arthritis versteht man eine Gelenkentzündung . Jedes Gelenk im Körper kann alleine oder zusammen mit anderen Gelenken entzündet sein.
  • Degenerative Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen (z.B. Arthrose ):
    Die Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, die zum rheumatischen Formenkreis gehört. Sie ist die häufigste Erkrankung (ca. 55%) innerhalb der rheumatischen Erkrankungen. Im Gegensatz zur Arthritis sind bei der Arthrose die Gelenke nicht entzündet, sondern abgenutzt. Von diesem Verschleiß ist insbesondere der Knorpel betroffen.

Laut der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) ist bei Arthrose nur die Wirksamkeit von Analgetika (Schmerzmittel) belegt. Dazu gehören zum einen die Nicht-steroidalen-Antirheumatika (NSAR) wie zum Beispiel Paracetamol, Diclofenac oder Ibuprofen, die besser magenverträglichen Cyclooxygenase 2-Hemmer (COX2-Hemmer) sowie die stark wirksamen Analgetika vom Morphin-Typ.

Zur Funktionsverbesserung wird oft Krankengymnastik eingesetzt. Zu den operativen Therapien der Arthrose gehören Abrasion und Arthrodese.

  • Weichteilrheumatismus (z.B. Fibromyalgie ):

Es kommt dabei zu Schmerzen in allen Körperbereichen, insbesondere bei Belastung, allgemeine Schwäche, Konzentrationsstörung, Schlafstörung, chronische Erschöpfung, (siehe auch: CFS, C hronic F atigue S yndrom, Chronisches Erschöpfungssyndrom), tiefgreifende Funktionsstörungen, erheblich verringerte geistige und körperliche Leistungsfähigkeit. Körperliche, geistige, aber auch emotionale Belastungen erfordern unnatürlich lange Erholungsphasen.

Die Krankheit wird als wesensfremd und körperlich empfunden. Organ- und Gewebeschäden sind bisher nicht nachweisbar. Die Krankheitsphasen sind unberechenbar, schwer vorherzusehen und dem Willen nicht unterworfen.

  • Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden (z.B. Gicht ):
    Die Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, welche einen erhöhten Harnsäurespiegel (Hyperurikämie) zur Folge hat. Dadurch bilden sich Ablagerungen von Harnsäurekristallen (Urat) in verschiedenen peripheren Gelenken und Geweben.
    In 95% aller Fälle liegt der Hyperurikämie eine Nierenfunktionsstörung zugrunde. Ursachen hierfür kann ein Diabetes sein, da über längere Zeit ein zu hoher Blutzuckerspiegel die Blutgefäße schädigt, wodurch die Nierenfunktion gestört wird. Außerdem schadet ein übermäßiger Alkoholkonsum, da Carbonsäuren mit der Harnsäure im Ausscheidungsmechanismus der Niere konkurrieren.

    Therapiemöglichkeiten
    Akuter Gichtfall:
    • Kolchizin : Hindert Leukozyten (besonders Makrophagen) daran Harnsäurekristalle (Urat) aufzunehmen, wodurch diese nicht mehr in den Gelenken abgelagert werden.
    •   Indometacin : Hemmt die Teile der Synthese von Prostaglandinen durch Hemmung eines Enzyms des Entzündungsstoffwechsels (Cyclooxygenase), was eine Schmerzsenkung und Entzündungshemmung zur Folge hat
    • Cortison : Körpereigenes Hormon. Stärkster bekannter Entzündungshemmer (--> Nebenwirkungen! Wird verwendet, wenn alles andere versagt)

                All diese Medikamente bekämpfen nur die Symptome!

         Therapiemöglichkeiten Chronischer Gichtfall:

    • Ernährungsumstellung : Aufnahme von purinreicher Nahrung vermeiden.
    • Urikosurika : Hemmen Rückresorption der Harnsäure in die Nieren und fördern damit deren Ausscheidung. Das sind im Einzelnen: Benzbromaron, Probenecid, Sulfinpyrazon (außer Handel)
    • Urikostatika : Derzeit nur Allopurinol im Handel. Allopurinol konkurriert mit Zwischenprodukten des Purinstoffwechsels um das Enzym Xanthinoxidase (siehe Abbildung weiter oben) und bindet nach erfolgter Reaktion fest daran. Dadurch blockiert es das Enzym und wirkt dadurch als Inhibitor.

In leichten Fällen einer Rheumatischen Erkrankung reichen zur Behandlung so einfache Dinge wie Wärme, Kälte, oder Massagen. Bei schwereren Fällen sollte unbedingt ein Hausarzt oder ein Rheumatologe hinzugezogen werden. Die Behandlung erfolgt dann durch Medikamente (entzündungshemmend, schmerzstillend) und Krankengymnastik. Bei starken Beschwerden in Folge von bereits fortgeschrittenerem Gelenkverschleiß kommen auch operative Therapien bis hin zum Gelenkersatz in Betracht.

Entgegen der landläufigen Meinung ist Rheuma keineswegs eine Erkrankung der alten Leute. Auch vor jungen Erwachsenen oder sogar Kindern macht die Krankheit nicht halt - und Erkrankungen in jüngeren Altersgruppen sind keineswegs Seltenheiten.

Laut eines Artikels (letzte beide Absätze)  der TKK scheint die Ursache für rheumaartige Erkrankungen in einer mangelnden Eigenkontrolle des Immunsystems zu bestehen.
Offenbar sind in jedem Immunsystem Abwehrzellen vorhanden, die körpereigene Zellen bekämpfen, als Gegenpol existiert jedoch normalerweise eine Art übergeordnetes Immunsystem, das diese amoklaufenden Abwehrzellen im Schach hält. Aus noch ungeklärten Gründen scheint diese Kontrolle beim rheumaerkrankten Personen nicht mehr oder nur noch eingeschränkt zu funktionieren.

Weblinks


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Rheuma aus der freien Enzyklopädie Wikipedia  und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation .
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar, dort kann man den Artikel bearbeiten .

Bitte beachten Sie auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen !
Spezialgebiete
Angebote
Anzeigen