JOURNAL
LEXEVITA

Die Progressive Muskelentspannung

Edmund Jacobsen entdeckte in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts, dass z.B. bei seelischen Belastungen Muskelanspannungen auftreten und bei Entspannung das Spannungsgefühl wieder nachläßt. Angewandt hieß dies für Jacobsen, dass in ausgewählten Übungen durch die bewußte Anspannung eines einzelnen Muskels oder einer Muskelgruppe mit anschließender Entspannung der Muskeltonus, also die Grundspannung des Muskels, sinkt. Er entwickelte daraus ein Therapieverfahren, das progressive Muskelentspannung nach Jacobsen genannt wurde.
Grundprinzip dieser Therapie ist, dass neben einer ruhigen und regelmäßigen Atmung einzelne Muskelgruppen nur für Sekunden willentlich angespannt werden, um dann für einen längeren Zeitraum wieder entspannt zu werden. Zu dem allgemeinen Gefühl der akut einsetzenden Entspannung lernt man, sich die Zustände von An- und Entspannung bewußt zu machen. Dies bewirkt, dass man mit weiterer Übung immer besser lernt einzele Muskelgruppen anzuspannen und zu entspannen. Nach etwa zwei Monaten ist eine effektive und schnelle Entspannung des Körpers möglich. So wird von den anfangs 7 Muskelgruppen im Laufe der Übungszeit eine Reduktion auf 4 Muskelgruppen durchgeführt:
 

7 Muskelgruppen:
1. Hand, Unterarm und Oberkörper der dominanten Körperseite
2. nicht-dominante Hand, Arm und Oberarm
3. Gesicht
4. Nackenmuskulatur
5. Brust-, Bauch-, Schultern- und Rückenmuskulatur
6. dominantes Bein
7. nicht-dominantes Bein


4 Muskelgruppen:
1. beide Hände, Unterarme und Oberarme
2. Gesichts- und Nackenmuskulatur
3. Brust-, Schulter-, Rücken- und Bauchmuskulatur
4. Beide Beine und Füße

Die praktische Voraussetzung zur Durchführung der Übungen

Voraussetzung ist, dass der Übende den Anspannungs- und Entspannungszyklus erlernt:

·    Konzentration auf eine bestimmte Muskelgruppe.
·    Anspannung der Muskeln und Halten der Spannung für 5 bis 7 Sekunden
·    Anschließendes Entspannen der Muskelgruppe für ca. 20 bis 30 Sekunden
·    Während der Lockerung Konzentration auf die eigenen Empfindungen

Anspannung und Entspannung von 16 Muskelgruppen nacheinander

·    dominante Hand und Unterarm (Hand zur Faust ballen zur Anspannung)
·    dominanter Oberarm (an Lehne drücken oder Unterarm anwinkeln)
·    nicht-dominante Hand und Unterarm (Hand zur Faust ballen)
·    nicht-dominanter Oberarm (an Lehne drücken oder Unterarm anwinkeln)
·    Stirn (Augenbrauen hochziehen, Stirn runzeln)
·    obere Wangenpartie und Nase (Augen fest schließen, Nase hochziehen)
·    untere Wangenpartie und Kiefer (Zähne zusammenbeißen, Mundwinkel zurückziehen)
·    Nacken und Hals (Kinn auf die Brust pressen oder Nacken gegen Stuhl drücken)
·    Brust, Schultern, obere Rückenpartie (tief einatmen und Luft anhalten, Schulterblätter zusammenziehen oder hochziehen)
·    Bauchmuskulatur (fest anspannen, als ob Sie einen Schlag erwarten)
·    dominanter Oberschenkel (Bein leicht vom Boden anheben oder auf den Boden drücken)
·    dominanter Unterschenkel (Zehenspitzen gegen Boden pressen)
·    dominanter Fuß (nach innen drehen und Zehen anziehen)
·    nicht-dominanter Oberschenkel (Bein leicht vom Boden anheben oder auf den Boden drücken)
·    nicht-dominanter Unterschenkel (Zehenspitzen gegen Boden pressen)
·    dominanter Fuß (nach innen drehen und Zehen anziehen

Wichtig für den Erfolg dieser Methode ist, dass sie regelmäßig angewandt wird. Dies sollte in der Regel täglich stattfinden.

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