Kosmetik und Körperpflege für Männer


"Männer brauchen keine Kosmetik", war lange die weit verbreitete Meinung des starken Geschlechts. Noch vor ein paar Jahren war der Besuch eines Mannes in einem Kosmetiksalon undenkbar. Dies hat sich inzwischen glücklicherweise geändert, aber noch immer gehört kosmetische Pflege nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen der Männer.

Aber allein mit Wasser und Seife kommt heute kaum noch ein Mann aus. Creme fürs Gesicht, Duft auf der Haut, die Sonnenbank für den gebräunten Teint, der Klecks Gel für die Haare und auch der Abdeckstift gegen Hautunreinheiten gehören mehr und mehr zum Standard für die Herren. Selbst der Weg zur Kosmetikerin, in eine Schönheitsfarm oder in die Wellness-Oase ist nicht mehr alleine den Frauen vorbehalten. Viele Kosmetik-Tempel haben bereits spezielle Männer-Pflege-Angebote aufgenommen. Und immer mehr Herren nehmen diese auch dankbar an.

Inhalt

Die männliche Haut
Allgemeine Tipps für die Hautpflege
Hautprobleme
Männliche Körperbehaarung
Talgdrüsen
Schweißdrüsen
Wie bekämpft man übermäßigen Fußschweiß?
Kostbares Kopfhaar


Die männliche Haut

nach oben Die obere Hautschicht ist bei Männern um etwa 15 Prozent dicker als bei Frauen, das Hautrelief ist gröber. Männerhaut ist durch den festeren Aufbau besser vor UV-Strahlen und Umwelteinflüssen geschützt als die empfindlicherer Frauenhaut, weshalb Männerhaut nicht ganz so schnell altert. Die Neigung zu übermäßiger Verhornungen ist allerdings stärker.

Allgemeine Tipps für die Hautpflege

Die Reinigung

Morgens kaltes Wasser ins Gesicht macht frisch. Abends verwenden Sie am besten lauwarmes Wasser und eine milde Waschcreme, um Schmutz und Bakterien abzuwaschen, bevor sich die Haut mit Pickeln oder Mitessern wehrt. Auch ein Gesichtswasser ist kein Luxus, es stellt den pH-Wert der Haut wieder her und erfrischt.

Hautcremes

Mit zunehmendem Alter kann die Haut Feuchtigkeitsverlust schlechter ausgleichen. Dadurch wirkt sie grau und verbraucht. Auch zuviel Fett ist nicht zuträglich, da sie Pickel und Mitesser begünstigen. Eine Creme mit hohem Feuchtigkeitsgehalt und wenig Fett, möglichst ohne Parfümöle, ist das richtige für Ihre Haut.

Die Augenpartie

Besondere Pflege braucht vor allem die Augenpartie, da ihr mit zunehmendem Alter zu wenig Schlaf, schlechte Ernährung und Stress besonders zusetzen. Hierfür gibt es spezielle Augenpflegeprodukte, die Trockenheit, Entzündungen oder Fältchenbildung vorbeugen.

Die Lippen

Besonders in der kalten Jahreszeit, aber auch bei extremer Sonneneinstrahlung bedürfen die Lippen besonderer Pflege. Ständig trockene Lippen sind auch ein Zeichen für zu wenig Flüssigkeitszufuhr. Mindestens zwei Liter am Tag trinken ist oberstes Gebot! Schnelle Hilfe bei rissigen Lippen: Lecken Sie ausgiebig einen Honiglöffel ab, und schon wenig später werden ihre Lippen sich sanft und geschmeidig anfühlen

Die Ohren

Finger weg von Wattestäbchen! Das Sekret im Ohr dient dazu, Schmutz und Hautschuppen aus dem Gehörgang zu transportieren und sollte nicht dorthin zurückgeschoben werden. Richtig reinigen Sie Ihre Ohrmuscheln, indem Sie sie täglich unter der Dusche mit dem kleinen Finger ausreiben oder mit einem Wattebausch, den Sie mit Gesichtswasser getränkt haben, auswischen. Zusammengewachsene Härchen können Sie abrasieren, auszupfen oder abschneiden. Es gibt spezielle abgerundete Werkzeuge zur Entfernung lästiger Ohren- und Nasenhaare in fast jeder Apotheke.

Hautprobleme

nach oben Bei extrem trockener und entzündeter Haut dürfen nur ganz milde Reinigungs- und Pflegeprodukte verwendet werden. Azulen ist ein beruhigende Substanz, die sich zur Pflege solcher Problemhaut eignet. Lassen Sie sich in einer Apotheke beraten.

Bei fettiger Haut wird zu viel Talg produziert. Fettige Haut neigt zu großen Poren, Mitessern oder Pickeln, reagiert aber meist weniger gereizt auf Umwelteinflüsse. Morgens und abends sollte man die Haut mit einer Waschcreme reinigen und für besonders fettige Stellen ein Gesichtswasser verwenden. Nehmen Sie hin und wieder ein Dampfbad mit Kräuterzusätzen, damit dei Haut sich aufweicht und die Talgproduktion gehemmt wird.

Bei Mischhaut oder trockener Fetthaut ist eine spezielle Reinigungsmilch zu empfehlen. Auch eine Gesichtsmaske für diesen Hauttyp oder ein sanftes Peeling kann übermäßiger Verhornung oder vermehrter Talgproduktion entgegen wirken und die Durchblutung der Haut anregen.

Männliche Körperbehaarung

nach oben Männerhaut ist bekanntlich deutlich stärker behaarter als die Haut von Frauen. Zwischen 5000 und 25000 Haare befinden sich allein in einem Drittel des Gesichts, in der Bartzone. Unter dem Einfluss der männlichen Hormone, der Androgene, werden Körper- und Barthaare bei Männern auch deutlich dicker als weibliche Haare. Die Barthaare wachsen täglich um 0,4 mm, das entspricht fast 14 cm im Jahr.

Ein Mann verbringt durchschnittlich 3000 Stunden bzw. 140 Tage seines Lebens damit, sich zu rasieren. Das bedeutete für die Haut eine ziemliche Strapaze. Die tägliche Nassrasur wirkt aber auch wie ein Peeling, denn es werden nicht nur die Bartstoppeln entfernt, sondern täglich auch Hornschüppchen der obersten Hautschichten abgetragen. Wer sich trocken rasiert, sollte sich einmal wöchentlich ein Gesichtspeeling gönnen. Das ist vor allem nach dem Sommer sinnvoll, denn durch das UV-Licht ist die Verhornung der Haut noch stärker geworden (Lichtschwiele). Neben mechanischen Peelingsubstanzen werden zunehmend auch chemische Stoffe wie Fruchtsäuren zur Entfernung abgestorbene Hautschüppchen eingesetzt. Vor der Rasur befreit ein vorsichtiges Peeling auch eingewachsene Haare und verbessert so das Rasurergebnis.

Bei manchen wird die Gesichtshaut durch die Rasur jedoch ständig gereizt und ist besonders empfindlich. Vor allem bei trockener Haut wird die elektrische Rasur meist besser vertragen. Vor der elektrischen Rasur kann die Haut durch pflegende Produkte vorbereitete werden. Vor allem bei Neigung zu "Rasurbrand", sollte die Haut anschließend mit einer beruhigenden After-Shave-Lotion eincremen. After-Shave auf alkoholischer Basis verstärkt hingegen das Brennen, trocknet die Haut noch weiter aus und verstärkt die Reizung. Bei sehr fettiger Haut hingegen wird ein After-Shave auf alkoholischer Basis oft recht gut vertragen.

Viele Männer neigen zu einer so genannten Rasurfollikulitis. Dabei kommt es zu einer Entzündungen im Bereich der Barthaare, häufig treten auch Eiterpusteln auf. Verursacht wird die Rasurfollikulitis durch eine Verschleppung von Bakterien während der Rasur. Oft ist auch der schlecht gereinigte Rasierapparat voller Keime und begünstigt das Auftreten neuer Pickelchen. In diesem Fall sollten Einmal-Rasierer verwendet oder der Rasierapparat nach jeder Anwendung desinfizieret werden. Das verhindert die Verschleppung von Keimen.

Talgdrüsen

nach oben Auch die Talgproduktion und -ausscheidung wird durch Hormone gesteuert. Die männlichen Hormone wirken stimulierend auf die Talgproduktion. Männer besitzen zudem mehr Talgdrüsen als Frauen, ihre Drüsen sind größer und produzieren mehr Hautfett. Männerhaut ist deshalb in der Regel fettiger und großporiger. Deshalb tritt Akne bei Jungen in der Pubertät deutlich häufiger auf und verläuft in der Regel schwerer als bei Mädchen.

In den Cremetopf der Partnerin zu greifen, bekommt Männerhaut daher schlecht, denn Frauenpflegecremes sind meist zu fetthaltig. Besser verträglich sind Lotionen oder Gels mit geringem Fettanteil. Für Männer, die zu Hautunreinheiten und Akne neigen, können auch desinfizierende Zusätze sinnvoll sein.

Schweißdrüsen

nach oben Körpergeruch entsteht vor allem durch die bakterielle Zersetzung des Schweißes. Zum typisch männlichen Körpergeruch führt der Abbau des männlichen Sexualhormons Testosteron. Daran beteiligt sind Bakterien, die sogenannten Corynebakterien, die auf der Hautoberfläche und in den Haarfollikeln vorkommen. Diese bauen die männlichen Hormone zu unangenehm riechenden Steroiden ab. Männer schwitzen durchschnittlich auch mehr und an anderen Stellen als Frauen. Ein häufiges Männerproblem sind auch die Schweißfüße. An keiner Stelle am Körper befinden sich so viele Schweißdrüsen wie am Fuß. An heißen Tagen kann so bis zu 250 ml Fußschweiß entstehen. Luftundurchlässige Schuhe, Synthetikstrümpfe und warmes Wetter verschärfen das Problem.

Tägliches Duschen sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Wer Schwitzflecken im Designerhemd vermeiden möchte, sollte besser ein Antiperspirant anstelle eines Deodorant verwenden. Dies bremst nämlich die Schweißbildung, während Deos vor allem für guten Geruch sorgen, der Schweiß jedoch weiter rinnen kann.
Vorsicht ist auch beim Rauchen oder übermäßigem Kaffeegenuss geboten. Koffein und Nikotin verstärken die Erregbarkeit der Schweißdrüsen, so dass schon ein geringer Nervenimpuls einen Schweißausbruch hervorrufen kann. Nicht jeder reagiert gleich stark, dies kann man durch vorübergehenden Verzicht Kaffee oder Zigaretten leicht testen. Wer dadurch weniger schwitzt, sollte langfristig seinen Kaffee- und Zigaretten-Konsum reduzieren oder das Rauchen ganz einstellen und auf koffeinfreien Kaffee umsteigen.

Wie bekämpft man übermäßigen Fußschweiß?

nach oben Einer intensiven Behandlung bedürfen die Schweißfüße. Die Anwendung eines Deosprays oder -puders ist bei Neigung zu Fußschweiß meist unerlässlich. Sollte das noch nicht ausreichen, um die Füße trocken zu halten, können zusätzlich auch Fußbäder mit schweiß- und geruchshemmender Wirkung angewendet werden. Meist muss ein starkes Antiperspirant, zum Beispiel ein aluminiumchloridhaltiges Präparat aufgetragen werden.

"Eine bewährte Therapie für hartnäckige Fälle ist die Leitungswasser-Iontophorese. Dabei werden schwache elektrische Ströme durch zwei Wasserbecken geleitet, in denen die Füße gebadet werden," erklärt Professor Dr. Küster, ärztlicher Direktor der TOMESA-Fachklinik für Haut- und Gelenkerkrankungen im hessischen Bad Salzschlirf. "Die Behandlung ist völlig ungefährlich und sehr wirkungsvoll."

Geeignet ist dieses Verfahren besonders bei Hand- und Fußschweiß. In Ausnahmefällen kann es auch zur Behandlung übermäßiger Schweißproduktion in den Achselhöhlen angewendet werden. Zu Beginn der Therapie ist mindestens dreimal wöchentlich ein 10- bis 15-minütiges Hand- bzw. Fußbad notwendig. Zur Erhaltung des Therapieerfolgs sollte regelmäßig einmal pro Woche die Leitungswasser-Iontophorese angewendet werden. Die Erfolgsrate liegt bei fast 98%. Verschieden Geräte werden von der Firma Hidrex-GmbH Biomedizinische Technik, Wuppertal hergestellt. In vielen Fällen werden die Kosten von etwas Euro 900,-- von den Krankenkassen übernommen. Erkundigen Sie sich bei Ihrer zuständigen Geschäftsstelle.

Bei extremer Schwitzneigung ist ein neues Verfahren oft die letzte Rettung. Dabei kommt das Nervengift Botulinumtoxin zum Einsatz. Die medizinische Anwendung dieses Wirkstoffs durch einen erfahrenen Arzt stellt ein sicheres und nebenwirkungsarmes Verfahren zur Behandlung überaktiver Schweißdrüsen dar. Als Nebenwirkungen können Schmerzen und Blutergüsse durch die Injektionen auftreten. Diese bilden sich aber schnell wieder zurück. In seltenen Fällen kann es zu einer Schwächung der kleinen Fußmuskeln kommen, aber auch diese Nebenwirkung verschwindet nach ein bis zwei Monaten wieder. Die Behandlung muss allerdings meist privat bezahlt werden und ist nicht billig.

Kostbares Kopfhaar

nach oben Obwohl das Kopfhaar beim Menschen keine eigentlich Funktion mehr hat, ist uns Haarpflege ganz allgemein sehr wichtig. Allein Deutschland werden jährlich etwa 120 Millionen Euro für Pflegeprodukte ausgegeben. Schönes, volles Haar steht für Jugend und Gesundheit, und wer schönes Haar hat, dem verzeiht man leichter kleine Schönheitsfehler im Gesicht.

Wenn es um kosmetische Probleme von Männern geht, stand schon immer das schwindende Kopfhaar an erster Stelle. Bereits ab dem 20. Lebensjahr ist in Deutschland die eindeutige Mehrzahl der Männer von dem Problem übermäßigen Haarausfall betroffen. Erst zeigen sich die sogenannten Geheimratsecken, dann folgt die Tonsur, das heißt, die Haare auf dem hinteren Oberkopf werden schütter. Bisher sind die Ursachen für frühzeitigen, schubartigen Haarausfall nicht geklärt. Viele glauben, dass Stress und ungesunde Ernährung aber auch vermehrte Hormonausschüttung Haarausfall verstärken.

Mit den Haaren verlieren manche Männer auch ihr Selbstvertrauen, denn viele glauben, dass schönes Haar ihnen beruflichen Erfolg bringt, und tatsächlich sind Personalchefs nicht frei von Vorurteilen, was das äußere Erscheinungsbild betrifft. Dabei ist Haarausfall kein Anzeichen persönlichen Versagens sondern wahrscheinlich wieder nur eine Frage der Gene. Bei Frauen jedoch haben Glatzköpfe oft eine Chance. Schauspieler wie Yul Brynner oder Patrick Stewart wirken auch auf ganz junge Frauen erotisch anziehend. Wer sich dennoch nicht mit einem kahlen Kopf abfinden will, kann bei Fachärzten mittlerweile wirksame Therapien finden, weiteren Haarausfall aufzuhalten. Ein wirkungsvolles Mittel gegen hormonell bedingten Haarausfall ist Finasterid, ein Medikament in Tablettenform.


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